Trumps Vision: 'Amerika zuerst'

Der neue US-Präsident Donald Trump hat in seiner Antrittsrede angekündigt, jede seiner Entscheidungen ganz und gar an amerikanischen Interessen auszurichten. "Von jetzt an wird eine neue Vision dieses Land regieren. Von diesem Tag an heisst es: Amerika zuerst, Amerika zuerst", sagte der 70-Jährige am Freitag nach seiner Vereidigung als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vor Hundertausenden vor dem Kapitol in Washington. Er wolle die grösste Volkswirtschaft der Welt über eine Politik des Schutzes eigener Wirtschaftsinteressen zu neuem Wohlstand führen.
20.01.2017 19:27

Trump dankte seinem Vorgänger Barack Obama zwar, grenzte sich aber radikal von dessen politischen Kurs ab. Die Zeit leeren Geredes sei vorbei. "Nun ist die Stunde des Handelns gekommen."

Dem islamistischen Terror sagte Trump den Kampf an. "Wir werden die zivilisierte Welt gegen den radikal-islamistischen Terrorismus vereinen, der völlig vom Antlitz der Erde verschwinden wird", sagte der Republikaner.

Die Vereinigten Staaten würden sich ansonsten nun weniger um die Lösung von Problemen weltweit kümmern, sondern sich auf ihre eigenen Belange konzentrieren, kündigte er an. "Wir haben andere Länder reich gemacht", während eine Fabrik nach der anderen in den USA geschlossen habe. Die USA hätten die Grenzen anderer Länder geschützt und dabei vergessen, die eigenen zu schützen. "Aber das ist Vergangenheit. Und jetzt schauen wir nur nach vorne."

In der von starkem Pathos geprägten Rede appellierte Trump mehrfach an den Patriotismus der Amerikaner. Ein neuer Nationalstolz werde die Wunden Amerikas heilen, sagte er. "Wir bluten alle das selbe rote Blut der Patrioten."

Trump beschwor die Menge mit ähnlichen Worten, wie er sie schon im Wahlkampf benutzt hatte. "Amerika wird wieder gewinnen", erklärte er. "Wir werden unsere Jobs zurückbringen. Wir werden uns unsere Grenzen zurückholen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Wir werden unsere Träume zurückbringen." Er rief dazu auf, zusammenzustehen. "Wenn Du Dein Herz für den Patriotismus öffnest, dann ist darin kein Platz für Vorurteile."

Wenn Amerika vereint sei, sei es nicht aufzuhalten. "Wir werden ungleich grösser träumen", sagte Trump. Niemand solle sich einreden lassen, dass das nicht zu schaffen sei. Amerika müsse seine Teilung überwinden. "Ob wir weiss oder schwarz sind, uns alle eint das rote Blut der Patrioten."

Der neue US-Präsident kündigte einschneidende Veränderungen in Washington an. Zu lange hätten Politiker profitiert und das Establishment, aber nicht die einfachen Leute, die ihre Arbeit verloren hätten. "Wir übergeben die Macht von Washington DC zurück an Euch, das Volk."

Trumps Rede endete mit der Wiederholung seines Wahlkampfversprechens. "Zusammen werden wir Amerika wieder grossartig machen."/mfi/DP/stw

(AWP)