Tsipras verknüpft weitere Reformen mit Reduzierung des Schuldenberges

Griechenland will weitere Reformen nur dann umsetzen, wenn die Gläubiger wie vereinbart Massnahmen zur Erleichterungen bei der Schuldentilgung treffen. Dies erklärte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras am Sonntag bei einer Rede vor dem Zentralkomitee seiner Linkspartei Syriza. "Ohne mittelfristige Massnahmen für die Reduzierung der Schulden wird es keine Umsetzung von (Spar)Massnahmen in die Tat geben", sagte Tsipras. Nur so werde Griechenland aus der Krise herauskommen. Die Gläubiger hatten in den vergangenen Monaten wiederholt erklärt, sie werden sich mit diesem Thema 2018 befassen.
09.04.2017 17:41

Tsipras wandte sich nach Einschätzung von Analysten in Athen mit seinen Äusserungen an den linken Flügel seiner Partei, der mit dem Einlenken Athens am Freitag bei der Sitzung der Eurogruppe in Malta nicht zufrieden sei. Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos hatte neuen Einschnitten im Rentensystem 2019 und einer Senkung des Steuerfreibetrags ab 2020 zugestimmt. Insgesamt geht es um weitere Sparmassnahmen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Das ist Voraussetzung dafür, dass die Gläubiger Griechenland weiter unter die Arme greifen.

Tsipras ist mit seiner Forderung für Massnahmen zur Reduzierung des griechischen Schuldenberges 2018 auf der gleichen Linie wie der Internationale Währungsfonds (IWF). Seine Experten sind nämlich überzeugt, ohne eine Streckung der Zahlungsfristen und Senkung der Zinsen werde Griechenland nie aus der Krise herauskommen. Darüber verhandeln zurzeit der IWF und Entscheidungsträger der EU./tt/DP/he

(AWP)