TTIP könnte laut US-Aussenminister Beeinträchtigungen durch Brexit aufwiegen

Brüssel (awp/sda/afp) - Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA könnte nach Auffassung von US-Aussenminister John Kerry negative wirtschaftliche Brexit-Folgen aufwiegen. TTIP stelle eine "beachtliche Möglichkeit" dar, eventuelle Beeinträchtigungen durch Grossbritanniens Austritt aus der EU zu kompensieren, sagte Kerry am Montag in Brüssel.
18.07.2016 13:42

Der US-Politiker wandte sich zugleich gegen skeptische Stimmen in Europa zu TTIP. Um das geplante Abkommen habe sich ein "gewisser Mythos" entwickelt. Dabei würde TTIP Jobs schaffen und die Rechte der Europäer etwa in Bezug auf Arbeitswelt und Umwelt schützen, zeigte sich Kerry überzeugt. Er wolle in den nächsten Monaten immer wieder zu Gesprächen nach Europa kommen, um die Menschen von den Vorteilen des Freihandelsabkommen zu überzeugen.

TTIP soll der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks einen kräftigen Schub geben, indem Zölle und andere Handelshemmnisse abgebaut werden. Kritiker befürchten, dass Standards im Verbraucher- und Umweltschutz gesenkt werden und die Gentechnik in Europa Einzug hält.

In der vergangenen Woche hatte der für TTIP zuständige US-Handelsbeauftragte Michael Froman gesagt, das Abkommen werde für die USA durch den anstehenden Austritt Grossbritanniens aus der EU weniger attraktiv. Die Briten hatten im Juni in einem Referendum mehrheitlich für das Verlassen der europäischen Union gestimmt. Wann und zu welchen Bedingungen dieser Schritt erfolgen wird, ist offen.

(AWP)