Türkei-Präsident immer dreister - Recep Erdogan droht Deutschland mit Zwangsbesuch

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will sich ungeachtet der scharfen Kritik an seinem Nazi-Vergleich nicht von einem Deutschland-Besuch abbringen lassen.
05.03.2017 20:47
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan: "Nazi-Ära in Deutschland geht weiter."
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan: "Nazi-Ära in Deutschland geht weiter."
Bild: youtube

"Wenn ich nach Deutschland kommen will, werde ich es tun", sagte Erdogan am Sonntagabend in Istanbul. Wenn man ihm die Türen nicht öffnen und ihn nicht reden lassen wolle, "dann werde ich die Welt aufstehen lassen". Erdogan erneuerte zugleich seine Vorwürfe. "Ich dachte, die Nazi-Ära in Deutschland wäre vorbei", sagte er. "Aber ich sehe jetzt, dass sie weitergeht."

Erdogan hatte die Bemühungen der Bundesregierung um Mäßigung im Streit um Auftritte türkischer Regierungspolitiker in Deutschland bereits zuvor mit einem Nazi-Vergleich beantwortet. Was Deutschland mit der Untersagung von solchen Veranstaltungen tue, sei "nichts anderes als das, was in der Nazi-Zeit getan wurde".

Unions-Fraktionschef Volker Kauder kritisierte das scharf. "Das ist ein unglaublicher und nicht akzeptabler Vorgang, dass der Präsident eines Nato-Mitglieds sich so über ein anderes Mitglied äußert - und vor allem einer, der mit dem Rechtsstaat ja erhebliche Probleme hat", sagte der CDU-Politiker in der ARD. Ein Verbot eines möglichen Deutschland-Besuchs von Erdogan sieht Kauder kritisch. "Ich bleibe dabei, dass wir genau nicht in diese Falle tappen dürfen", sagte er. Man dürfe nicht machen, was Erdogan tue, "nämlich Grundrechte zu beschneiden". Ihm müsse aber klar gemacht werden, dass solche Formulierungen nicht auf deutschem Boden geduldet würden.

(Reuters)