Türkische Währungskrise: Nationalgebäck Simit erstmals bei 1,75 Lira

Inmitten einer schweren Währungskrise in der Türkei ist der Preis für die landesweit äusserst beliebten Sesamkringel erstmals auf 1,75 Lira (etwa 24 Cent) gestiegen. Zuvor hatten die sogenannten Simit 1,50 Lira gekostet. Simit-Verkäufer wiesen am Freitagmorgen an ihren Ständen auf eine neue Preisverordnung des Dachverbandes für Kleinhändler und Handwerker hin, der die Preise festsetzt - "um Diskussionen mit wütenden Kunden aus dem Weg zu gehen", wie einer von ihnen auf der Istiklal-Einkaufsstrasse in Istanbul der Deutschen Presse-Agentur sagte.
28.09.2018 10:49

Die wirtschaftliche Lage der Türkei ist ein wichtiges Thema beim Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland. Er wurde am Morgen in Berlin offiziell empfangen.

Die Preise für das Nationalgebäck, das kreisrund ist und in der Mitte ein Loch hat wie ein Donut, sind ein Politikum in der Türkei. Die Armen essen ihn, die Reichen essen ihn, die Touristen essen ihn, mit Käse, Olivenpaste oder Nutella. Mit der neuesten Preissteigerung ist das Gebäck nun fast doppelt so teuer wie vor rund zwei Jahren, als er noch eine Lira kostete.

Ein Grund ist die rasant wachsende Inflation, die derzeit bei rund 18 Prozent liegt und viele Preise in die Höhe treibt. Ein anderer ist, dass Sesam im Ausland mit Devisen eingekauft werden muss, während die Lira gegenüber Euro und Dollar seit Jahresanfang fast 40 Prozent an Wert verloren hat. 2017 habe das Kilo Sesam noch um die acht Lira (rund 1,25 Euro) gekostet, sagen Bäcker - heute mehr als 12 Lira./rcf/DP/jkr

(AWP)