Türkei lockt mit Staatsbürgerschaft bei Investitionen

Wirkt irgendwie verzweifelt: Ausländern, die in der Türkei bestimmte Investitionen in Millionenhöhe tätigen, wird künftig die Staatsbürgerschaft in dem Land in Aussicht gestellt.
12.01.2017 16:23
Galata-Brücke in Istanbul: Erdogan will mit türkischen Pässen Investoren fischen.
Galata-Brücke in Istanbul: Erdogan will mit türkischen Pässen Investoren fischen.

Dieser Beschluss wurde am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht.  Der Schritt kommt nach dem jüngsten weiteren Absturz der Landeswährung Lira. Ausländer, die etwa eine Immobilie im Wert von mindestens einer Millionen Dollar in das Grundbruch eintragen lassen und diese drei Jahre lang nicht verkaufen, können laut Beschluss eine türkische Staatsbürgerschaft erwerben. Auch Investoren, die Arbeitsplätze für mindestens Hundert Personen schaffen, kommen für eine Staatsbürgerschaft infrage.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan räumte am Donnerstag in einer Rede vor Ortsvorstehern in Ankara ein, dass es zwar Probleme im Land gebe, diese seien aber nicht für den Kursverfall verantwortlich. Vielmehr versuchten "Terroristen", mit Angriffen auf die Wirtschaft das Land zu schwächen, sagte Erdogan ohne genau zu definieren, wen er damit meinte. Ob "Terroristen" dafür "Bomben" oder "Euro, Dollar und Devisen" verwendeten, mache keinen Unterschied. "Die Absicht ist, die Türkei in die Knie zu zwingen, sie einzunehmen und sie von ihren Zielen abzubringen."

(AWP)