Tusk: London hat endlich Unteilbarkeit des EU-Binnenmarkts akzeptiert

Grossbritannien hat nach Ansicht von EU-Ratspräsident Donald Tusk die Unteilbarkeit des europäischen Binnenmarktes endlich akzeptiert. "Das beweist die gestrige Rede von Premierministerin (Theresa) May", sagte Tusk am Mittwoch vor dem Europaparlament in Strassburg.
18.01.2017 16:47

Der EU-Binnenmarkt basiert auf vier Grundfreiheiten, zu denen neben dem freien Waren- und Kapitalverkehr auch die Freizügigkeit für EU-Bürger zählt. "Es wäre gut, wenn unsere Partner auch verstehen würden, dass es bei den Verhandlungen keinen Platz für Rosinenpicken geben wird", sagte er weiter.

Gleichzeitig habe man aber auch Mays "warme und ausgewogene" Worte zur europäischen Migrationspolitik wahrgenommen, sagte Tusk. "Diese waren sehr viel näher an Positionen von Winston Churchill als an denen des gewählten amerikanischen Präsidenten (Donald) Trump."

Der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber (CSU) beklagte dagegen, dass es immer noch an Klarheit fehle. Grossbritannien wolle die Europäische Union und damit den gemeinsamen Binnenmarkt verlassen. Anschliessend wolle es aber ein Freihandelskommen schliessen, um wieder vollen Zugang zu eben jenem Binnenmarkt zu bekommen. "Ich frage mich also, was will man verlassen."/cko/DP/stw

(AWP)