Tusk mahnt im Brexit-Streit zur Besonnenheit

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat angesichts schwerer Vorwürfe aus London zur Mässigung aufgerufen. "Diese Verhandlungen sind so schon schwierig genug", sagte Tusk am Donnerstag in Brüssel mit Blick auf die anstehenden Brexit-Gespräche. "Wenn wir anfangen zu streiten, bevor sie überhaupt angefangen haben, dann werden sie unmöglich."
04.05.2017 17:52

Am Vorabend hatte die britische Premierministerin Theresa May EU-Vertretern vorgeworfen, die anstehenden Parlamentswahlen in ihrem Land mit Drohungen beeinflussen zu wollen. Die vorgezogene Wahl des Parlaments ist am 8. Juni. May erhofft sich mehr Rückendeckung für die EU-Austrittsgespräche mit Brüssel.

Anlass war unter anderem ein Bericht der "Financial Times", wonach die EU Grossbritannien beim EU-Austritt mehr als 100 Milliarden Euro in Rechnung stellen könnte - eine Zahl, die allerdings von der EU nicht bestätigt wurde. Zudem hatte die europäische Seite am Wochenende Details eines vertraulichen Gesprächs zwischen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und May durchsickern lassen.

Tusk warnte, für Millionen Menschen in Grossbritannien und dem Rest Europas stehe zu viel auf dem Spiel, als dass Gefühle die Oberhand gewinnen dürften. "Wir müssen daran denken, dass wir für den Erfolg heute Besonnenheit, Mässigung, gegenseitigen Respekt und ein Maximum an gutem Willen brauchen."/hrz/DP/jha

(AWP)