UBS belässt Wachstumsprognosen für Schweiz - laut Umfrage weitere EU-Austritte

Die Grossbank UBS rechnet weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum in der Schweiz von 1,4% in diesem Jahr und 1,6% 2018. Dies aber nur dann, wenn die rechtskonservative Politikern Marine Le Pen nicht französische Präsidentin wird.
10.04.2017 12:15

In einem solchen Fall bestehe nämlich die Gefahr einer erneuten Eurokrise, wie die UBS am Montag mitteilte. Das würde auch die Schweizer Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen, unter anderem weil zu erwarten ist, dass der Schweizer Franken in einem solchen Fall erneut stark aufwertet.

Gemäss UBS hat bereits die Sorge, dass Le Pen die Wahlen gewinnen könnte, in den vergangenen Monaten den Aufwertungsdruck auf den Franken erhöht. Bis zur zweiten Runde der Wahlen dürfte dieser Aufwertungsdruck bestehen bleiben, heisst es in der Mitteilung. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) werde darum auch weiterhin auf den Währungsmärkten intervenieren.

Sollte Le Pen die Wahl nicht schaffen, geht die UBS von einer langsamen Normalisierung der Zinsen aus. Eine erste Erhöhung der Zielmarke für den 3-Monats Libor von aktuell -0,75 auf -0,50% erwartet die Grossbank jedoch erst im Juni 2018. Erst nachdem die Europäische Zentralbank ihr Anleihenprogramm stark reduziere und der Druck auf den Franken nachlasse, dürfte sich der SNB die Gelegenheit für eine Zinserhöhung bieten, schreibt die UBS dazu.

Weiter geht aus einer Umfrage der UBS hervor, dass nach dem Brexit knapp zwei Drittel der 2'500 befragten Manager von weiteren Austritten aus der Europäischen Union ausgehen - sie sprechen sich aber gleichzeitig für engere Beziehungen des Landes zur EU aus. Die Umfrage fand in der zweiten Februarhälfte statt.

Bei einem Wegfall der bilateralen Abkommen fürchtet der Umfrage zufolge die Hälfte der Unternehmen schlechtere Geschäfte. Unter den Firmen mit mehr als 50% Umsatzanteil im Ausland sind es demnach sogar 70%. Gerade die Personenfreizügigkeit beurteilten mehr als 65% der Unternehmen als positiv. Rund 65% wollen diese bilateralen Verträge weiter ausbauen, weniger als 10% waren für eine Kündigung.

cf/

(AWP)