UBS-Chefökonom: «SNB muss kaum Euro kaufen»

UBS-Chefökonom Daniel Kalt nimmt im Video-Interview Stellung zu den auf Rekordhoch gestiegenen SNB-Devisenreserven. Und er sagt, was eine Eskalation in Nordkorea für den Franken bedeuten würde.
05.04.2013 13:20
Von Pascal Meisser
UBS-Chefökonom Daniel Kalt im Video-Interview.
Bild: cash

Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im März 2013 um über acht Milliarden Franken auf ein neues Allzeithoch von 438,3 Milliarden gestiegen. Zugleich ist erstmals seit letztem Herbst wieder eine deutliche Bewegung in die Währungsbestände der SNB gekommen.

"Die Erhöhung der Devisenreserven sind primär aufgrund der Preisveränderungen bei den Währungen erfolgt", sagt UBS-Chefökonom Daniel Kalt im Video-Interview. So hat sich der Franken im März vor allem gegenüber der amerikanischen, kanadischen und australischen Währung leicht abgeschwächt. Aber auch Kursgewinne bei Aktien und Anleihen hätten zu einer Erhöhung der Devisenreserven beigetragen, so Kalt.

«SNB muss am Mindestkurs festhalten»

Er schliesst hingegen aus, dass die SNB im Zusammenhang mit der Zypern-Krise Eurokäufe tätigte. Die Besorgnis bezüglich einer Rettungsaktion für Zypern hatte jüngst zu einem Anstieg des Frankens gegenüber dem Euro geführt. Am 3. April kletterte er auf den höchsten Stand seit fast drei Monaten. Mit einem Kurs von über 1,21 Franken liegt die Schweizer Währung aber immer noch deutlich über der Kursuntergrenze von 1,20.

Zypern zeige jedoch, dass die SNB mit allen Mitteln am Mindestkurs festhalten muss. "Die Krise flackert immer wieder von neuem auf. Deshalb muss die Nationalbank die Untergrenze weiter verteidigen", sagt Kalt.

Eine weitere Krise spitzt sich derzeit auf der koreanischen Halbinsel zu. Im Falle einer Eskalation des Konflikts zwischen Nord- und Südkorea könnte der Franken laut Kalt zu einer gesuchten Fluchtwährung werden. "Gestärkt würde in diesem Fall aber vor allem der US-Dollar wegen den repatriierten Geldern aus den Schwellenländern und wahrscheinlich auch der Yen", sagt Kalt im Interview.

Im Video-Interview äussert sich Kalt zudem zur Goldinitiative und den möglichen Folgen für die SNB.