UBS: Schweizer Vorsorgesystem bleibt angeschlagen

Das Schweizer Vorsorgesystem bleibt angeschlagen. Sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal sei der UBS-Vorsorgeindex im negativen Bereich verharrt, was eine weitere Verschlechterung anzeige.
21.12.2016 11:33
Fürs Alter vorsorgen: Je früher, je besser.
Fürs Alter vorsorgen: Je früher, je besser.
Bild: pixabay.com

Das schreibt die Grossbank am Mittwoch. Eine Reform der Altersvorsorge sei unumgänglich.

Die negative Entwicklung im zweiten und dritten Quartal des laufenden Jahres hat gemäss der UBS hauptsächlich zwei Treiber: zum einen die sich beschleunigende Alterung der Gesellschaft und zum andern der abflauende Immobilienmarkt.

Der demografische Wandel habe sich akzentuiert, heisst es dazu. Im Vergleich zum Vorjahr rechnet die Bank im dritten Quartal mit einer tieferen Nettoeinwanderung. Und gleichzeitig hätten in der Schweiz mehr Erwerbstätige das Rentenalter erreicht, als junge Personen erstmals eine Arbeit aufnahmen. Den Immobilien, eine wichtige Anlagekategorie im Vorsorgegeschäft, mache indessen das gedämpfte Preiswachstum zu schaffen.

Positive Renditen im Finanzbereich

Eine gute Entwicklung stellt die UBS dank positiver Anlagerenditen im Subindex Finanzen fest. Die positive Entwicklung könnte sich jedoch als kurzlebig erweisen, warnt die Bank. Denn die Verbesserung sei vorwiegend auf Kapitalgewinne bei erstklassigen Anleihen als Folge von weiter sinkenden Renditen nach dem Brexit-Votum in Grossbritannien zurückzuführen. Eine Wiederholung solcher Kursgewinne sei aber nur in einem stark deflationären Szenario mit weiter sinkenden Renditen möglich.

Mit Blick in die Zukunft seien tiefgründige Reformen im Schweizer Vorsorgesystem unumgänglich, fordert die UBS. Die Volksvertreter beraten derzeit die Vorlage zur Reform Altersvorsorge 2020, die frühestens im September 2017 zur Volksabstimmung kommt. Ein weiteres Verschleppen von Reformen wäre bedenklich, da in der AHV ein implizites Finanzierungsloch von rund 1'000 Mrd CHF oder über 170% des Schweizer BIP klaffe. Und auch die Pensionskassen drohten zunehmend in finanzielle Schieflage zu geraten, da die Umwandlungssätze infolge gestiegener Lebenserwartung zu hoch seien.

(AWP)