Dies sei eine unvorstellbare Zahl, die vor zehn Jahren niemand für möglich gehalten hätte, teilte die UNO-Flüchtlingshilfe am Mittwoch in Bonn mit. Hauptgrund für den rasanten Anstieg in diesem Jahr sei die russische Invasion in der Ukraine. In den ersten Monaten des Krieges sei es zu der "am schnellsten wachsende Vertreibungskrise seit dem Zweiten Weltkrieg" gekommen, sagte ein Sprecher. Zusammen mit den sich verschärfenden Notlagen in afrikanischen Ländern, in Afghanistan und weiteren Regionen habe dies die Zahl der Flüchtlinge über die Marke von 100 Millionen steigen lassen.

Knapp ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung sei bislang vertrieben worden, so die UNO-Flüchtlingshilfe, der nationale Partner des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Das seien fast acht Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, die als Flüchtlinge in europäischen Ländern lebten, und mehr als 6,5 Millionen, die Vertriebene im eigenen Land seien.

Die Hilfsbereitschaft sei nach wie vor gross, besonders in den Nachbarländern der Ukraine, aber auch in Deutschland. Die Diskussionen über die Aufnahme der Geflüchteten, über Verantwortlichkeiten und fehlende Kapazitäten würden jedoch zunehmend hitziger und schärfer geführt. "Doch gerade jetzt, wenn der Winter einbricht und voraussichtlich noch mehr Ukrainerinnen und Ukrainer aus ihrem Land fliehen werden, weil dort die Infrastruktur systematisch bombardiert wird, ist Unterstützung weiterhin dringend nötig", mahnte die UNO-Flüchtlingshilfe./cd/DP/nas

(AWP)