Ungeregelter EU-Ausstieg Englands wäre laut Wirtschaftsvertretern fatal

Europäische Wirtschaftsverbände haben bei einem Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May eindringlich vor den Folgen eines ungeregelten EU-Austritts gewarnt. An dem Gespräch am Montag in London nahmen auch Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) teil. Die Verhandlungen zwischen London und Brüssel verlaufen zäh. Grossbritannien verlässt Ende März 2019 die EU.
13.11.2017 13:28

"Ein Ende ohne Deal wäre für die Wirtschaft fatal", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, Ulrich Hoppe, der Deutschen Presse-Agentur. "Betroffen wären zum Beispiel die deutsche Chemie- und Autoindustrie wie alle anderen Exporteure Richtung Grossbritannien." Übergangsregeln nach dem EU-Ausstieg seien besonders wichtig. Das Treffen in London hatte Hoppe im Radioprogramm SWR Aktuell als "Flucht nach vorn" bezeichnet.

Nach Angaben des britischen Wirtschaftsverbandes CBI (Confederation of British Industry) haben zahlreiche Firmen bereits Notfallpläne für den Fall des ungeregelten Austritts parat. An der Veranstaltung in London nahmen 15 Organisationen - etwa aus Frankreich, Irland und Schweden - und auch der britische Brexit-Minister David Davis teil.

Grossbritannien will aus der EU, dem EU-Binnenmarkt und aus der Zollunion austreten. May hatte in einer Rede in Florenz auch eine Übergangsphase von etwa zwei Jahren ins Gespräch gebracht.

Angesichts der schleppenden Verhandlungen hatte Brüssel der britischen Regierung am vergangenen Freitag eine Frist von etwa zwei Wochen für Zugeständnisse gesetzt. Wenn es bis dahin keine Grundsatzeinigung gebe, werde man im Dezember nicht wie geplant mit den Gesprächen über die künftigen Beziehungen starten können. Für ein Austrittsabkommen würde die Zeit dann sehr knapp werden. Ohne Einigung scheidet Grossbritannien ungeregelt aus der EU aus./si/DP/she

(AWP)