US-Notenbank - US-Firmen verschieben Investitionen wegen Zollpolitik

US-Unternehmen haben einem Konjunkturbericht der Notenbank Federal Reserve zufolge wegen des globalen Handelsstreits in den vergangenen Wochen ihre Investitionen zurückgefahren oder verschoben.
13.09.2018 06:25
Herstellungskosten haben sich  im produzierenden Gewerbe in den USA etwas verteuert.
Herstellungskosten haben sich im produzierenden Gewerbe in den USA etwas verteuert.
Bild: Bloomberg

Die meisten Bezirke bekamen die Sorgen der Firmen wegen der internationalen Spannungen und des unsicheren Ausblicks zu spüren, wie die Währungshüter am Mittwoch in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book" mitteilten. Die Auswirkungen der von Präsident Donald Trump verhängten Schutzzölle seien bisher aber offenbar moderat. Herstellungskosten hätten sich vor allem im produzierenden Gewerbe verteuert. Die USA und China haben sich seit Juli gegenseitig mit milliardenschweren Zöllen überzogen.

Die Wirtschaft wuchs dennoch zuletzt weiter moderat, wie aus dem Bericht hervorging. Landesweit sei es zu Engpässen bei der Suche nach Arbeitskräften in vielen Berufen gekommen.

Beflügelt von Steuersenkungen war die Wirtschaft im Frühjahr so kräftig gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,2 Prozent - fast doppelt so schnell wie im ersten Vierteljahr. Experten gingen zuletzt davon aus, dass die Steuersenkungen im Volumen von 1,5 Billionen Dollar der Konjunktur auch künftig derart viel Schub verleihen werden, dass sie negative Folgen des von Trump ausgelösten Handelsstreits wegstecken kann.

Die Fed hat den Leitzins im Juni angesichts des anhaltenden Aufschwungs auf die Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent angehoben und zwei weitere Schritte nach oben für das zweite Halbjahr ins Auge gefasst. Der nächste Zinsentscheid steht am 26. September an. 

(Reuters)