US-Präsident soll über Aixtron-Übernahme durch GCI entscheiden

AACHEN (awp international) - Der Streit um die Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch ein chinesisches Unternehmen landet nun auf dem Schreibtisch des US-Präsidenten Barack Obama. Wie Aixtron am späten Freitagabend mitteilte, hat die prüfende US-Behörde für Auslandsinvestitionen keine abschliessende Freigabeentscheidung treffen wollen, da sie ungelöste US-nationale Sicherheitsbedenken als Hindernis sieht. Daher habe sie den Fall zur Entscheidung an den US-Präsidenten weiter verwiesen und wolle ihm gleichzeitig empfehlen, keine Freigabe zu erteilen. Dieser habe nun 15 Tage Zeit für die Entscheidung.
19.11.2016 09:31

Die Empfehlung der US-Behörde an Aixtron und die chinesische Grand Chip Investment, dass Vorhaben aufzugeben, lehnten beide Unternehmen ab. Vielmehr wollten sie weiterhin nach Lösungswegen suchen, um die Übernahme doch noch in trockene Tücher zu bringen.

DEUTSCHLAND PRÜFT ERNEUT

Grand Chip hatte im Mai eine Übernahmeofferte für das deutsche Unternehmen in Höhe von 670 Millionen Euro vorgelegt. Bereits in Deutschland hatte das für Wirbel gesorgt. Unter anderem hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) seine Unbedenklichkeitserklärung Ende Oktober widerrufen und eine erneute Prüfung des Vorhabens angekündigt. Als Grund wurden nach Unternehmensangaben seinerzeit neue Informationen und Anhaltspunkte über sicherheitsrelevante Technologien genannt.

Hintergrund sind Befürchtungen, die Aixtron-Produkte könnten auch militärisch genutzt werden. Auch der Verkauf von Osrams Lampensparte Ledvance wird genauer geprüft./stb

(AWP)