US-Staatsanleihen - Fondsmanager warnt vor dem Platzen der Treasuries-Blase

Nach Einschätzung des Star-Bondfondsmanager Michael Hasenstab sind US-Treasuries eine der grössten Finanzblasen.
29.04.2017 06:45
Noch immer setzen Anleger auf US-Staatsanleihen.
Noch immer setzen Anleger auf US-Staatsanleihen.
Bild: cash

Hasenstab von Franklin Templeton sagte, Investoren, die in den US-Staatspapieren Sicherheit suchen, müssten sich angesichts steigender Renditen auf erhebliche Verluste gefasst machen.Treasuries verzeichneten diese Woche Verluste und die Rendite stieg auf über 2,30 Prozent.

Hasenstab, der den 40 Mrd. Dollar schweren Templeton Global Bond Fund betreut, nannte eine ganze Anzahl von Gründen für seine pessimistische Einschätzung: höhere Verbraucherpreise durch einen heißen US-Arbeitsmarkt, über die Federal Reserve, die für ihn hinter der Kurve zurückgeblieben ist, bis zum Rückzug ausländischer Käufer. Hasenstab hat auf dieser Basis seit mindestens 2015 seine Strategie gefahren, und auch daran festgehalten, als die Renditen letztes Jahr auf Rekordtiefs sanken.

Treasuries zu kaufen, "ist wie im April auf einem See zu laufen", sagte er im Interview mit Bloomberg TV. "Er ist noch zugefroren, aber letztlich wird das Eis einbrechen."

Seit der Wahl von Donald Trump im November entwickeln sich die Dinge offenbar in Richtung von Bond-Bären wie Hasenstab. Trumps Wahlsieg hat dazu beigetragen, den so genannten Reflation-Trade anzuheizen, getrieben von Erwartungen, dass starke Anreize und stärkeres Wachstum zu steigenden Renditen führen werden. Allerdings lief die Wette nicht mehr so gut, als es sich im März abzuzeichnen begann, dass es bei wichtigen Gesetzesvorgaben zu Verzögerungen kommen wird, und zudem geopolitische Risiken im Ausland Investoren wieder zurück in Anlagen trieben, die als sicherer Hafen gelten.

Die Renditen sind in dieser Woche gestiegen, nachdem Trump die lange erwarteten Einzelheiten zu seinen Vorschlägen für eine Steuerreform ankündigte. Dazu dürfte auch eine Verringerung der Unternehmenssteuern auf 15 Prozent gehören. Ein Teil der "Sicherer-Hafen-Nachfrage", der die Kurse der Treasuries stützte, ist auch nach dem Ergebnis der ersten Wahlrunde bei den französischen Präsidentschaftswahlen abgeebbt.

"Die Realität wird kommen, dass sie keine ’Sicherer-Hafen-Anlage’ sind, weil es enorme Risiken gibt, wenn man Treasuries zu 2,5 Prozent kauft", sagte Hasenstab. Pessimistisch ist er insbesondere im Hinblick auf 10- und 30-jährige Papiere, deren Renditen im letzten Jahr auf Rekordtiefs gefallen waren.

(Bloomberg)