USA-Kuba Tauwetter nutzt deutschem Handel

Der erste Besuch eines US-Präsidenten in Kuba seit fast 90 Jahren gilt als historisches Ereignis. Vor der Reise Barack Obamas auf die sozialistische Karibikinsel haben auch deutsche Regierungsvertreter dort Halt gemacht.
26.03.2016 17:30
Kuba verfolgt eine vorsichtige Öffnungspolitik.
Kuba verfolgt eine vorsichtige Öffnungspolitik.
Bild: pixabay.com

Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel versuchten, das politische Tauwetter für eine Stärkung der Handelsbeziehungen zu nutzen. Die Annäherung Havannas an Washington könnte diesen Bemühungen neuen Schub geben. Bislang rangiert Kuba im deutschen Aussenhandel noch unter ferner liefen. Doch deutsche Unternehmer stehen in den Startlöchern, sich stärker auf der Insel zu engagieren.

Aussenhandel mit Kuba zieht bereits an

Deutschland hat 2015 Waren im Volumen von rund 258 Millionen Euro nach Kuba geliefert. Das sind immerhin 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Inselstaat steht damit mittlerweile auf Rang 101 der deutschen Handelspartner im Export. Im Gegenzug lieferte Kuba Güter im Wert von 33 Millionen Euro. Deutschland versorgt das Karibikland vor allem mit Maschinen, aber auch mit chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen. Kuba punktet mit Exportschlagern wie Zigarren und Rum, aber auch mit Honig und Obstsäften.

Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sind rund 100 deutsche Firmen in Kuba aktiv. Doch mit der wirtschaftlichen Öffnung gebe es enormes Potenzial: "Das Interesse ist gross", sagt DIHK-Ökonom Mark Heinzel. Mittelfristig sei ein bilaterales Handelsvolumen von rund einer Milliarde Euro drin. Auf der Prioritätenliste Havannas stehe die Modernisierung der landwirtschaftlichen Produktion weit oben. Hierfür bieten deutsche Firmen Maschinen und Know-how.

Handelshemmnis US-Sanktionen

Trotz des Tauwetters besteht das Handelsembargo der USA gegen Kuba fort. In Washington wehren sich vor allem die Republikaner gegen eine Lockerung der Sanktionen, die nach der Revolution Anfang der 60er Jahre verhängt wurden. Sollte das Embargo fallen, werde es für Firmen leichter, in Kuba zu investieren, prophezeit der DIHK: "Diese vermehrten Investitionen benötigt die kubanische Regierung dringend, um die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können." Viele deutsche Firmen, die auch in den USA engagiert seien, hielten sich wegen der fortbestehenden Sanktionen mit Investitionen in Kuba allerdings noch zurück.

(Reuters)