Vattenfall bereitet Übergabe von Braunkohlengeschäft vor

(Ausführliche Fassung)
04.07.2016 13:08

BERLIN (awp international) - Der schwedische Staatskonzern Vattenfall bereitet die Übergabe seiner ostdeutschen Braunkohlesparte an die tschechische EPH-Gruppe vor. Es müssen zum Beispiel IT-Systeme abgetrennt und Verwaltungsjobs in Berlin übertragen werden, wie ein Sprecher der Vattenfall GmbH am Montag sagte.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die schwedische Regierung dem Verkauf des Braunkohlegeschäfts des Energiekonzerns zustimmt. Vattenfall wartet dem Sprecher zufolge nun noch auf das Ergebnis einer Prüfung von Kartellbehörden der EU-Kommission, damit dann die Transaktion bis Ende August vollzogen werden könnte.

Die Vorbereitungen für eine Übergabe laufen demnach schon seit längerem. Im Verkaufspaket sind Lausitzer Braunkohlegruben und -kraftwerke. Während der Suche nach einem Käufer waren auch ostdeutsche Wasserwerke als Zusatz-Option angeboten worden. Diese sind aber nicht Teil des jetzigen Verkaufspakets, wie der Sprecher sagte. Sie bleiben bei Vattenfall.

In Deutschlands zweitgrösstem Braunkohlerevier in Brandenburg und Sachsen arbeiten rund 8000 Menschen. Vattenfall betreibt zurzeit vier Gruben. Die EPH-Gruppe kennt die Branche: Ihr gehört in Deutschland bereits das Bergbauunternehmen Mibrag mit Sitz in Zeitz (Sachsen-Anhalt).

Während die Landesregierungen den Verkauf an EPH und seinen Finanzpartner PPF Investments befürworten, gibt es von Gegnern des klimaschädlichen Energieträgers viel Gegenwind.

Die Deutsche Umwelthilfe forderte am Montag von den beiden Bundesländern, den Verkauf an Sicherheiten für eine nachhaltige Entwicklung der Lausitz - wie zum Beispiel die Rekultivierung von ehemaligen Gruben - zu knüpfen. Auch die Linken-Fraktion im sächsischen Landtag appellierte an die dortige Regierung, dafür zu sorgen, dass Folgeschäden der Kohleförderung vom Käufer getragen werden./rin/DP/fbr

(AWP)