Verärgerung über Dijsselbloem überschattet Debatte im Europaparlament

Der Vorsitzende der Eurogruppe, der Niederländer Jeroen Dijsselbloem, hat mit einer als abwertend verstandenen Äusserung über die Euro-Krisenländer zahlreiche EU-Abgeordnete verärgert. Dies wurde bei einer Diskussion über den Stand des Euro-Rettungsprogramms für Griechenland am Dienstag in Strassburg deutlich. Dijsselbloem hatte zuvor seine Teilnahme aus Termingründen abgesagt. Daraufhin hatten die Abgeordneten Parlamentspräsident Antonio Tajani gebeten, Dijsselbloem einen förmlichen Protest gegen dessen Fernbleiben zu übermitteln.
04.04.2017 17:06

Die Abgeordneten hatten darauf gehofft, Dijsselbloem wegen eines Interviews in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zur Rede stellen zu können. Darin hatte er dem Fragesteller gesagt: "Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschliessend Sie um Ihre Unterstützung bitten." Dieses Prinzip gelte auch auf europäischer Ebene.

Dijsselbloem veröffentlichte am Dienstag einen Brief an die Abgeordneten. Darin bedauerte er, dass sich einige Menschen durch diese Ausdrucksweise angegriffen fühlten: "Ich werde in der Zukunft noch vorsichtiger sein, weil es niemals meine Absicht ist, Menschen zu beleidigen." In niederländischen Medien bekräftigte er, die Absage des Auftritts im Europaparlament habe ausschliesslich Termingründe./eb/DP/jha

(AWP)