Verfahren gegen LafargeHolcim wegen Terrorfinanzierung in Syrien

Verdacht auf Finanzierung von Terroristen und möglicher Verstoss gegen das EU-Embargo gegen Syrien: Wegen dieser Vorwürfe muss sich ein Manager der Zementgruppe LafargeHolcim in Frankreich verantworten, wie sein Anwalt am Freitag in Paris mitteilte.
01.12.2017 17:05

Die Gruppe mit Sitz in Rapperswil-Jona SG soll in Syrien Extremisten bezahlt haben, damit ein Zementwerk im Norden des Landes in Betrieb bleiben konnte. Gegen den Leiter des Werks, Frédéric Jolibois, wurde ein offizielles Verfahren eröffnet. Zwei weitere Manager sollten am Freitag ebenfalls einem Richter vorgeführt werden.

LafargeHolcim wird zudem vorgeworfen, der der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien Öl abgekauft zu haben. Damit habe die Gruppe gegen das EU-Ölembargo gegen Syrien verstossen, das seit dem Herbst 2011 galt. Die IS-Miliz hatte sich seit 2013 zahlreicher Erdölquellen des Landes bemächtigt.

Das Zementwerk befindet sich in Dschalabija rund 150 Kilometer nordöstlich von Aleppo. Die Gelder sollen in den Jahren 2013 und 2014 unter anderem an IS-Extremisten geflossen sein.

mk

(AWP)