Versicherungsaufsicht wirbt für einheitliche europäische Rentenversicherung

FRANKFURT (awp international) - Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa rührt für ihre Vision einer einheitlichen privaten Rentenversicherung für die gesamte EU weiter die Werbetrommel. Die derzeitige Zersplitterung des Markts behindere grenzüberschreitende Geschäfte, erhöhe die Kosten und belaste die Renditen für die Kunden, sagte Eiopa-Präsident Gabriel Bernardino am Dienstag bei der Jahrestagung der Behörde in Frankfurt. EU-weit einheitliche Produkte könnten dieses Problem lösen und das Vertrauen in die private Rentenversicherung zurückbringen.
18.10.2016 11:01

Gerade Lebensversicherer kommen infolge der anhaltenden Niedrigzinsen immer stärker unter Druck. Zudem steht die Branche wegen hoher Kostbestandteile in ihren Verträgen seit langem in der Kritik. Die Eiopa will mit ihrem im Februar vorgestellten Konzept des Pan-European Personal Pension Product (PEPP) vor allem an der Vielzahl unterschiedlicher Vertragsmodelle in den einzelnen EU-Staaten ansetzen.

"Wenn es viele Produkte mit kleinen Vertragszahlen gibt, sind die Kosten pro Vertrag hoch", sagte Bernardino. "Mit grösserem Geschäftsvolumen sinken die jeweiligen Kosten, die Erträge steigen und damit die Renditen für die Kunden." Zudem wachse der Wettbewerb zwischen den Anbietern, wenn diese ihre Produkte grenzüberschreitend anbieten könnten.

Noch ist offen, wann EU-weit einheitliche Rentenversicherungen Wirklichkeit werden - und ob überhaupt. "Die Eiopa steht bereit, die Arbeit an PEPP fortzusetzen, besonders mit der Gestaltung von Pilotprodukten", sagte Bernardino. Diese sollten eine ausbalancierte Anlage der Beiträge auch in Aktien, Immobilien, Infrastruktur und erneuerbaren Energien umfassen. Mit den richtigen Sicherheitsmassnahmen könnten diese zu Renditen oberhalb der Inflationsrate führen und den Menschen einen ordentlichen Lebensstandard sichern./stw/she/stb

(AWP)