Vertrauen der Bürger in EU auf Höchststand seit 2010

Ein Jahr nach der Brexit-Entscheidung ist das Vertrauen der Bürger der Europäischen Union in die EU auf einen Höchststand seit 2010 geklettert. Laut der Eurobarometer-Studie vertrauen 42 Prozent der EU. Im Vorjahr waren es nur 36 Prozent gewesen.
02.08.2017 17:07

Die am Mittwoch publizierte Studie zeigt, dass das stärkste Vertrauen mit 65 Prozent in Lettland besteht. Am wenigsten vertrauen die Griechen der EU (22 Prozent).

Grossteils schauen die Befragten optimistischer in die Zukunft als in den vergangenen Jahren. Im Durchschnitt waren es 56 Prozent (im Vorjahr 50 Prozent). Am grössten ist der Optimismus in Irland (77 Prozent), am anderen Ende stehen Griechenland (29 Prozent) und Grossbritannien (39 Prozent). Der Anteil derer, die ein negatives EU-Bild haben, ist von 21 Prozent auf 15 Prozent gesunken.

Auch der Euro gewinnt an Vertrauen: Fast drei Viertel der Befragten im Euroraum unterstützen die Gemeinschaftswährung, so viele wie seit 2004 nicht mehr. In sechs Ländern befürworten 80 Prozent oder mehr Bürger den Euro.

Eine Aufwärtsentwicklung gab es auch bei der Einschätzung der nationalen Wirtschaften. Im EU-Durchschnitt waren es 46 Prozent, die die Situation positiv bewerten (41 Prozent 2016). Dabei kann die Niederlande mit einer Höchstrate von 91 Prozent punkten, gefolgt von Deutschland und Luxemburg (je 90 Prozent).

Völlig abgeschlagen liegt Griechenland mit nur 2 Prozent an letzter Stelle. Aber auch die Italiener mit 13 Prozent sind grossteils pessimistisch über die eigene Wirtschaftsentwicklung eingestellt.

Terrorismus löst Zuwanderung ab

Befragt wurden die Teilnehmer auch zu den Herausforderungen der EU. Während in den vergangenen Jahren die Zuwanderung als eine der grössten Probleme genannt wurde, führt nun Terrorismus die Liste an. Sorgen um die Wirtschaftslage sowie Arbeitslosigkeit gehen hingegen zurück.

Erstmals wurden in der Umfrage auch Bürger aus elf Nicht-EU-Ländern befragt. Generell werde die Europäische Union als "Ort der Stabilität in einer unruhigen Welt" wahrgenommen, hiess es in der Auswertung der Umfrage weiter.

Für das Eurobarometer des Frühjahrs 2017 wurden mehr als 33'000 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie den EU-Beitrittskandidaten im Mai befragt. Zusätzlich nahmen mehr als 11'000 Bürger aus Nicht-EU-Ländern an der Umfrage teil. Die Befragung findet zwei Mal pro Jahr statt.

(AWP)