Videoplattform - Trump kündigt Verbot von TikTok in den USA an

US-Präsident Donald Trump will die populäre Videoplattform TikTok in den USA verbieten und könnte damit die Spannungen mit China verschärfen.
01.08.2020 11:03
Logo von TikTok.
Logo von TikTok.
Bild: imago images / Pacific Press Agency

Er werde den Beschluss noch am Samstag unterzeichnen, kündigte Trump am Freitag vor Journalisten an Bord der Air Force One an. Damit droht der Plattform womöglich die Abspaltung von dem chinesischen Mutterkonzern ByteDance.

Hintergrund sind Bedenken, dass TikTok Nutzerdaten an China weitergeben könnte. Insidern zufolge stehen potenzielle Käufer bereits in den Startlöchern, darunter Microsoft. Verhandlungen seien im Gange. Die App könnte bei einem Verkauf mit etwa 50 Milliarden Dollar bewertet werden. Wie die Trennung jedoch vor sich gehen sollte, und was der Internetriese ByteDance mit dem Rest von TikTok vorhaben könnte, blieb zunächst unklar. Die Unternehmen und das zuständige US-Justizministerium lehnten eine Stellungnahme ab.

Das US-Vorgehen gegen TikTok dürfte die Spannunen zwischen Washington und Peking weiter verstärken. Das vor allem bei Jugendlichen beliebte Netzwerk ist bereits seit längerem im Visier der US-Behörden wegen nationalen Sicherheitsbedenken. Dabei geht es um Sorgen, dass die persönlichen Daten der monatlich bis zu 80 Millionen Nutzer in den Vereinigten Staaten, die über die App gesammelt werden, nicht sicher sein könnten. US-Abgeordnete befürchten eine Zusammenarbeit mit Chinas Geheimdiensten. Ähnliche Vorwürfe werden von den USA unter anderem gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei erhoben.

Im Kongress wird derzeit über einen Gesetzentwurf beraten, der Bundesbeschäftigten die Nutzung von TikTok auf Dienstgeräten verbietet. Eine Gruppe von republikanischen Senatoren hatte sich zudem zuletzt besorgt gezeigt, dass sich China über die Video-App in den Präsidentschaftswahlkampf einmischt. Die Regierung in Peking könne politische Diskussionen manipulieren, um Uneinigkeit unter den Amerikanern zu schüren und ihr bevorzugtes Ergebnis zu erzielen, warnten sie.

Über TikTok war im Juni ein Zuschauerboykott bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps organisiert worden. Indien hatte TikTok und 58 weitere Apps aus China kürzlich verboten. TikTok weist die Bedenken zurück und hat erklärt, man werde Zensurgesuche oder Bitten um Nutzer-Daten der chinesischen Regierung nicht Folge leisten. ByteDance hatte 2017 die aus China stammende App Musical.ly für eine Milliarde Dollar gekauft und ein Jahr später unter dem Namen TikTok neugestartet. 

(Reuters)