Von Quecksilber betroffene Hausbesitzer im Oberwallis unzufrieden

Drei Jahre ist das Ausmass der Quecksilberverschmutzung bei Visp im Oberwallis bekannt. Die betroffenen Hausbesitzer haben am Freitag eine durchzogene Bilanz gezogen. Sie verlangen Entschädigungen und die Streichung von wenig verschmutzten Parzellen aus dem Kataster.
06.01.2017 11:37

Im Gebiet zwischen Visp und Raron sind viele Grundstücke mit Quecksilber verschmutzt. Das Quecksilber stammt von der Lonza, die zwischen 1930 und 1970 den Grossgrundkanal mit industriellen Abwässern belastet hatte.

Die Verschmutzung wurde Mitte 2010 bei Vorarbeiten für den Bau der Autobahn A9 entdeckt. Seit drei Jahren wissen die betroffenen Hausbesitzer über die Verschmutzungen Bescheid. Über 90 Grundstücke müssen saniert werden, weil die Quecksilberverschmutzung mehr als 2 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Erde beträgt.

Die Interessengemeinschaft IG Quecksilber erwartet, dass die betroffenen Eigentümer in gut drei Wochen über die Sanierungen informiert werden, wie sie am Freitag mitteilte.

Der grösste Ärger für die Interessensgemeinschaft der Anwohner bleiben leicht verschmutzte Parzellen mit Werten zwischen 0,5 mg und 2 mg Quecksilber pro Kilogramm.

KAMPF GEGEN KATASTEREINTRAG

Diese Grundstücke müssen nicht saniert werden, sie bleiben aber im Kataster für Altlasten eingetragen. Dadurch droht den Eigentümern ein Wertverlust. Über Walliser Politiker wurden in den eidgenössischen Räten zwei Motionen eingereicht, wonach der Schwellenwert angehoben werden soll. Damit könnten die Parzellen aus dem Kataster gestrichen werden.

Die betroffenen Hauseigentümer dürfen zudem seit drei Jahren ihre Gärten nicht mehr frei bepflanzen und Kinderspielplätze nicht mehr nutzen. Trotz dieser Einschränkungen gab es keine Entschädigungen, wie die IG Quecksilber festhielt. Die Anwohnervereinigung bezeichnete dies als "unhaltbarer Zustand".

(AWP)