Vorbereitungen für G7: Macron berät über soziale Ungleichheit

Nach seinem Einlenken bei der Zulassung regierungsunabhängiger Organisationen (NGO) auf dem Gipfel der sieben grossen Industrienationen (G7) trifft sich Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Freitag mit NGO-Mitarbeitern. Im Mittelpunkt seiner vorbereitenden Gespräche in Paris steht sein Gipfelthema zum Kampf gegen soziale Ungleichheiten. Zunächst kommt der Präsident auch mit einem Beratungsgremium für die Gleichheit von Frauen und Männern zusammen. Am Nachmittag wollte Macron noch mit Unternehmensvertretern und anderen Gruppen über Ungleichheit und Umweltschutz sprechen.
23.08.2019 06:35

Der Gipfel in dem südwestfranzösischen Seebad findet von Samstag bis Montag unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Ein Grossaufgebot von Polizisten ist mobilisiert. Auf den Strassen des Touristenortes waren schon am Donnerstag viele Polizeistreifen zu Fuss unterwegs. Motorräder und Polizeiwagen patrouillieren auf den Strassen. Der Flughafen wird ab Freitag für den normalen Betrieb gesperrt. Proteste sind angekündigt, dürfen aber nur in Nachbarorten stattfinden.

Im Vorfeld hatte es ein langes Tauziehen um die Teilnahme der Nichtregierungsorganisationen gegeben. Erst am Donnerstagabend gab Macron nach und ermöglichte zumindest 30 NGO-Vertretern die Zulassung. Anders als bei früheren Treffen hatte ihnen Paris zuvor die Akkreditierung und damit den Zugang zu den Medienvertretern im Pressezentrum verweigert. NGO-Vertreter begrüssten die Entscheidung als Erfolg, kritisierten aber, dies sei "zu spät und zu wenig".

So wären deutlich mehr NGO-Vertreter zu dem Gipfel gekommen, wenn sie vorher eine Akkreditierung bekommen hätten, hiess es. Ungeachtet des Sinneswandels Macrons wird die Chefin der Entwicklungsorganisation Oxfam, Winnie Byanyima, das länger geplante Mittagessen mit dem Präsidenten weiter boykottieren. Es habe im Vorfeld "keinerlei echte Konsultationen und Kooperation" der französischen G7-Präsidentschaft mit der Zivilgesellschaft gegeben, kritisierte Byanyima in einem Zeitungskommentar. Auch warf sie der G7-Gruppe vor, durch ihre Politik eher zu den sozialen Ungleichheiten noch beizutragen.

Zur G7 gehören ausser Frankreich auch Deutschland, Italien, Grossbritannien, Kanada, die USA und Japan.

US-Präsident Donald Trump plant beim G7-Gipfel in Frankreich diverse bilaterale Gespräche - unter anderem mit Kanzlerin Angela Merkel. Neben dem Treffen mit Merkel wolle sich Trump auch mit Gastgeber Macron und dem britischen Regierungschef Boris Johnson zusammensetzen, hiess es am Donnerstag aus US-Regierungskreisen. Ausserdem seien bilaterale Treffen vorgesehen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe, Kanadas Premierminister Justin Trudeau und dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi, der als Gast an dem Gipfel teilnehmen wird.

Macron will die massiven Waldbrände in der Amazonasregion auf die Agenda in Biarritz setzen. "Unser Haus brennt. Wortwörtlich", schrieb Macron am Donnerstagabend auf Twitter zu einem Foto des brennenden Regenwalds. Die Brände stellten eine internationale Krise dar, so Macron. Er rief die Regierungschefs auf, "diesen Notfall" als ersten Punkt beim Gipfeltreffen ab Samstag zu besprechen./lw/DP/jha

(AWP)