VW-Aufsichtsratschef Pötsch verteidigt Veröffentlichung des Dieselskandals

HANNOVER (awp international) - VW -Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hat den umstrittenen Zeitpunkt der Veröffentlichung des Diesel-Skandals an die Finanzwelt gegen die öffentliche Kritik verteidigt. "Wir haben die Vorwürfe gleich öffentlich gemacht", sagte er am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Autobauers in Hannover. Volkswagen habe von "Anfang an vorbehaltlos mit allen Institutionen kooperiert", um die Hintergründe der millionenfachen Manipulationen an Diesel-Motoren mit einer verbotenen Software aufzuklären.
22.06.2016 11:31

Damit stärkt der oberste Kontrolleur und ehemalige VW-Finanzvorstand den Mitgliedern des Vorstandes im September 2015 den Rücken. Seit dieser Woche ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen möglicher Marktmanipulation gegen Ex-VW-Boss Martin Winterkorn und den nach wie vor amtierenden VW-Markenchef Herbert Diess.

Gegen beide liegt ein Anfangsverdacht vor, die Finanzwelt zu spät über den aufgeflogenen Abgas-Skandal informiert zu haben und so wichtige Informationen für Anleger unterdrückt zu haben. Volkswagen hatte am 3. September 2015 gegenüber den US-Behörden den Einsatz eines verbotenen Defeat-Device zugegeben, aber erst am 18. September die Finanzmärkte mit einer sogenannten Adhoc-Mitteilung informiert.

Auslöser des Ermittlungsverfahrens ist eine Strafanzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Sie wacht über die Pflicht von börsennotierten Unternehmen, die Finanzwelt mit sogenannten Adhoc-Mitteilungen rechtzeitig über wichtige Themen zu informieren./had/DP/fbr

(AWP)