VW-Chef wünscht sich einheitliche Lösung zu Diesel-Fahrverboten

Angesichts drohender Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in deutschen Innenstädten wünscht sich Volkswagen-Chef Matthias Müller eine verbindliche Lösung auf Bundesebene. Trotz merklichem Rückgang bei den Diesel-Bestellungen sei der Konzern 2017 aber wirtschaftlich auf Kurs.
22.07.2017 10:15

Zu den Diesel-Fahrverboten sagte der Manager der "Rheinischen Post" vom Samstag, dass die Verunsicherung gross sei. Dies spüre der Konzern auch an den Diesel-Bestellungen, die merklich zurückgegangen seien.

Er erwarte daher vor allem, "dass es auf Bundesebene eine Lösung gibt, die für unsere Kunden Verbindlichkeit herstellt". Bislang liegt die Zuständigkeit für Fahrverbote in der Verantwortung der Gemeinden. Müller sagte weiter: "Fahrverbote sehen wir generell als falschen Schritt an. Und bitte nicht vergessen: Das Auto ist ja nur ein Teil des Problems."

Bei einem "Diesel-Gipfel" am 2. August in Deutschland wollen der Bund und mehrere betroffene Länder mit der Autobranche Nachrüstungen für Diesel der Emissionsklassen Euro 5 und 6 vereinbaren, um Schadstoff-Emissionen zu reduzieren.

Zwischen 2008 und 2016 ist die Zahl der Diesel-Autos um mehr als 44 Prozent gestiegen. Auch 2016 war die Luft in deutschen Städten nach Messungen des Umweltbundesamts zu stark mit Stickstoffdioxid belastet - von dem Diesel-Autos sehr viel ausstossen. Laut des Amts reizt Stickstoffdioxid die Atemwege, langfristig beeinträchtigt es die Lungenfunktion und führt zu chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitigen Todesfällen. Besonders gefährlich ist es demnach für empfindliche Menschen wie Kinder.

Betriebswirtschaftlich zeigte sich der VW-Chef zufrieden mit dem laufenden Jahr. Das Jahr 2017 habe sich bislang für Volkswagen betriebswirtschaftlich überaus erfolgreich entwickelt, sagte Müller. Auf die Frage, ob ihm seine Arbeit angesichts der Kritik im Zuge des Abgasskandals noch Spass mache, antwortete er: "Es gibt ja neben der Dieselkrise auch noch den positiven Teil meines Jobs - zum Beispiel das operative Geschäft, wo es super läuft."

(AWP)