VW lässt Rolle in brasilianischer Militärdiktatur extern untersuchen

WOLFSBURG/SAO PAULO (awp international) - Der VW -Konzern gibt seiner Aufarbeitung zu mutmasslichen Menschenrechtsverstössen während des Militärregimes in Brasilien eine breitere Basis. "Wir wollen Licht in die dunklen Jahre der Militärdiktatur bringen sowie das Verhalten der damals Verantwortlichen in Brasilien und gegebenenfalls auch in Deutschland aufklären lassen", sagte die Chefin des Vorstandsbereichs Integrität und Recht, Christine Hohmann-Dennhardt, am Donnerstag. Für eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung der womöglich bis in die 1980er Jahre zurückreichenden Vorgänge habe der Konzern daher den Historiker Christopher Kopper von der Uni Bielefeld beauftragt.
03.11.2016 11:56

Kopper solle "möglichst rasch" beginnen und dafür auch nach Brasilien reisen. Zwischenergebnisse berichte er an einen internen Beirat. Seine Arbeit dürfte ein Jahr dauern. Das abschliessende Gutachten solle "dann einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden".

Volkswagen sieht sich seit Jahren dem Vorwurf ausgesetzt, das Regime zwischen 1964 bis 1985 unterstützt und beispielsweise schwarze Listen über Mitarbeiter erstellt zu haben./loh/DP/fbr

(AWP)