Warenhaus Manor blitzt gegen Swiss Life vor Zürcher Handelsgericht ab

(Meldung mit ManorStellungnahme ergänzt) - Im Streit um das Warenhaus Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse ist das Warenhaus beim Zürcher Handelsgericht abgeblitzt: Das Gericht hat die Klage gegen die Hausbesitzerin Swiss Life aus formalen Gründen abgewiesen.
01.06.2017 18:23

Beim jahrelangen Streit geht es um die Weitervermietung des Manor-Warenhauses an der Bahnhofstrasse in Zürich. Der Mietvertrag zwischen Manor und Swiss Life wäre eigentlich Ende Januar 2014 ausgelaufen.

Manor machte in einer im Juni 2015 eingereichten Klage vor Handelsgericht aber geltend, einen vertraglichen Anspruch für die Weitervermietung bis Januar 2019 zu haben und zwar zu einem marktüblichen Mietzins.

Den von Swiss Life offerierten Mietzins erachtete die Manor AG als zu hoch. Die Vermieterin stellte sich hingegen auf den Standpunkt, eine vertragskonforme Offerte unterbreitet zu haben.

GERICHT GING NICHT AUF KLAGE EIN

Das Handelsgericht des Kantons Zürich wies die Klage aber nun aus formalen Gründen ab, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Manor hatte die Klage zuerst an einem falschen Ort eingereicht. Zwar kann ein Kläger in einem solchen Fall innerhalb eines Monats die identische Klage erneut einreichen - bei Manor war aber die Klageschrift "erheblich erweitert".

Das Handelsgericht trat auf die Klage deshalb inhaltlich gar nicht ein. Als Konsequenz bedeutet dies, dass das Mietverhältnis per Ende Januar 2014 als beendet anzusehen ist. Mit Fragen einer allfälligen Erstreckung des Mietverhältnisses musste sich das Handelsgericht nicht befassen.

Das entsprechende Erstreckungsverfahren ist noch vor Obergericht hängig: Swiss Life zog ein Urteil vom Mietgericht vom Februar weiter. Damals hatte das Mietgericht entschieden, dass die Hausbesitzerin Swiss Life dem Warenhaus gar nicht rechtsgültig gekündigt hatte.

MANOR BEDAUERT ENTSCHEID

Manor bedauert den Entscheid des Handelsgerichts, wie es auf Anfrage der sda hiess. Ob das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen wird, ist noch unklar. Der Entscheid werde nun im Detail analysiert. Manor setze alles daran, langfristig an der Bahnhofstrasse zu bleiben.

Swiss Life nimmt den Entscheid des Handelsgericht zur Kenntnis, wie es auf Anfrage hiess. Am Standpunkt des Versicherungskonzerns ändere sich damit nichts: Es sei nicht seine Aufgabe, einen finanzstarken Konzern zu subventionieren, indem auf eine marktübliche Miete verzichtet werde.

Der Versicherungskonzern Swiss Life will das traditionsreiche Gebäude an der Bahnhofstrasse umbauen und umnutzen: Die Verkaufsflächen vom ersten Unter- bis ins erste Obergeschoss sollen künftig von Boutiquen genutzt werden, die darüber liegenden Geschosse als private Büroräume.

(AWP)