Wdh: Ex-BSI-Banker kommt in 1MDB-Skandal vor Gericht

(Angaben zu BSI und EFG International präzisiert, im 3. Abschnitt wird ersichtlich, dass EFG die BSI übernommen hat.)
18.08.2016 16:02

Singapur/Lugano (awp/sda/reu) - Einem ehemaligen Angestellten der in den Schmiergeldskandal um den malaysischen 1MDB-Fonds verwickelten Schweizer Bank BSI wird nun der Prozess gemacht.

Die Verhandlungen vor einem Gericht in Singapur seien für Oktober und November angesetzt, teilte die Kammer der dortigen Generalstaatsanwaltschaft mit.

Dem früheren Beschäftigten in der Vermögensverwaltung wird neben Urkundenfälschung und Geldwäsche auch Zeugenbeeinflussung und Behinderung der Justiz vorgeworfen. Er ist einer von fünf früheren BSI-Angestellten, bei denen die Zentralbank in Singapur eine weitere Strafverfolgung in die Wege geleitet hat.

BSI ist in den Skandal um den malaysischen Fonds verwickelt. Das Geldhaus wird deshalb auf Anordnung der schweizerischen Finanzmarkaufsicht (Finma) geschlossen. Das Geschäft übernimmt EFG International.

Die Zürcher Privatbankengruppe hatte im Februar den Kauf der BSI für rund 1,3 Mrd. Fr. bekannt gegeben. Der Abschluss der Transaktion soll im vierten Quartal des laufenden Jahres erfolgen.

Nach Einschätzung der Finma war BSI in Singapur "eine der Drehscheiben für die dubiosen Transaktionen des Staatsfonds und ihm nahestehender Personen". Bei dem Fonds waren Milliardenbeträge verschwunden oder auf ausländische Bankkonten mit unbekannten Eigentümern abgeflossen. Gegen 1MDB laufen daher in mindestens sechs Ländern Geldwäsche-Untersuchungen.

(AWP)