Wdh: Flughafen Zürich: Betriebsreglement ohne deutsche Zustimmung

(Rechtschreiebung korrigiert) - Die geplanten Änderungen am Betriebsreglement für den Flughafen Zürich werden für einen Monat lang erneut öffentlich aufgelegt. Allerdings nur der Schweizer Teil. Nicht aufgelegt werden die Abschnitte, welche deutsches Gebiet betreffen, weil Deutschland die Zustimmung verweigert.
13.06.2017 17:09

Für rote Köpfe sorgt in Süddeutschland vor allem, dass die Maschinen mit dem geplanten, neuen "Betriebsreglement 2014" in 3'700 Metern Höhe dem Hochrhein entlang fliegen würden.

Bei Bekanntwerden der Pläne im November 2014 bezeichneten dies süddeutsche Politiker als "politisch nicht nachvollziehbar" und "nur schwer erträglich". Denn die Maschinen würden bei der neuen Abwicklung grösstenteils kein deutsches Gebiet überqueren, was Rekurse erschwert. Zu hören wären die Flugzeuge aber trotzdem.

ENTFLECHTUNG WIRD NICHT REALISIERT

Ziel des neuen Reglementes ist eine Entflechtung der An- und Abflugrouten im Osten des Flughafens Zürich. Heute kreuzen sich die Maschinen in der Luft mehrmals, was sowohl für Lotsen als auch für Piloten immer wieder eine Herausforderung ist.

Bis auf Weiteres kann die Entflechtung nun aber nicht realisiert werden, weil Deutschland nicht mitspielt. Der Flughafen und das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hätten die deutschen Behörden ersucht, die Regelungen über die Anflüge über deutschem Hoheitsgebiet anzupassen.

Diese Anpassungen sind bis heute aber nicht erfolgt, wie das BAZL am Dienstag mitteilte. Der angestrebte Sicherheitsgewinn könne deshalb vorläufig nicht realisiert werden.

LÄRM VERSCHIEBT SICH

Das BAZL legt nun deshalb zwangsläufig nur jenen Teil öffentlich noch einmal auf, für den keine Zustimmung aus Deutschland nötig ist.

Die zweite Auflagen-Runde wird nötig, weil unterdessen neue Berechnungen des Fluglärms vorliegen. Diese zeigen gegenüber dem ursprünglichen Gesuch Lärmverschiebungen in den Gemeinden Neerach und Winkel. Die Einsprachefrist läuft vom 15. Juni bis am 14. Juli.

Die Genehmigung des "Betriebsreglementes 2014" hängt nicht mit dem parallel laufenden Verfahren für das SIL-Objektblatt (SIL 2) zusammen. Die Südstarts geradeaus und die Pistenverlängerungen sind nicht Teil des "Betriebsreglementes 2014".

yr/

(AWP)