Wdh: Post überprüft im Kanton Luzern 16 Filialen

(Vorname berichtigt) - Die Post überprüft im Kanton Luzern 16 Filialen. 31 bleiben bis 2020 gesichert. Fast ein Drittel der in der heutigen Form gefährdeten Filialen liegt in der Stadt Luzern.
02.06.2017 13:46

Heute gibt es im Kanton Luzern 98 Poststellen. 47 führt die Post selbst, 50 sind Partnerfilialen. Sie garantiere nun für 31 der eigenbetriebenen Poststellen, dass diese bis mindestens im Jahr 2020 bestehen blieben, teilte die Post am Freitag mit.

16 der eigenbetriebenen Poststellen sind in der heutigen Form gefährdet. Hier sehe die Post Handlungsbedarf, sagte Thomas Baur, Leiter Poststellen und Verkauf, auf Anfrage. Ersatzlose Schliessungen werde es aber nicht geben. Die Post müsse im Dorf bleiben.

Die Post kündigte in ihrer Mitteilung eine sorgfältige Einzelfallprüfung an. Sie strebe die beste postalische Versorgung für die Region mit einem Mix an Zugangspunkten an.

NUR VERLÄSSLICHE PARTNER

Im Vordergrund steht für die Post die Umsetzung mit Partnerfilialen. Diese hätten ein breites Angebot und attraktive Öffnungszeiten, heisst es in der Mitteilung. Die Post werde dabei nur mit verlässlichen Partnern zusammenarbeiten, sagte Baur. Er schloss nicht aus, dass eine Filiale, die überprüft wird, im Eigenbetrieb erhalten werden kann.

Baur begründete die Änderungen mit dem drastisch veränderten Kundenverhalten. Die Post müsse sich deren Bedürfnissen anpassen. Er wies darauf hin, dass die Umwandlung von Poststellen nicht neu sei und bereits in der Vergangenheit praktiziert worden sei.

Überprüft werden im Kanton Luzern nicht nur Poststellen auf dem Land (wie etwa in Entlebuch und Schötz), sondern auch in der Stadt, wo gleich fünf Filialen auf der roten Liste stehen.

Überprüft werden in der Stadt die Poststellen Schönbühl, Würzenbach, Universität, Hirschengraben und Reussbühl. Vier Poststellen sind garantiert (Obergrund, Zürichstrasse, Annahme, Littau), dazu kommen drei Filialen mit Partnern und ein Automat. Gemäss Baur wendet die Post in grösseren Städten die Faustregel an, dass auf 20'000 Einwohner eine eigenbetriebene Poststelle kommen soll.

Die Post setzt in ihrem Änderungsprozess nicht nur auf Partnerfilialen, sondern auch auf Formate wie Hausservice, Automaten und weitere Aufgabe- und Abholstellen. Sie achte aber darauf, dass Orte mit Zentrumsfunktion oder einzelne Regionen stets einen direkten Zugang zu einer Poststelle hätten, schreibt die Post.

MEHR ZUGANGSPUNKTE

Die Zahl der Geschäftskundenstellen, der Aufgabe- und Abholstellen und der Automaten könnte sich nach Angaben der Post im Kanton Luzern von heute total 14 auf 19 bis 30 erhöhen. Die Zahl der Zugangspunkte würde damit steigen, von heute 151 auf 156 bis 167. Ziel sei es, dass die Kunden ihre Postgeschäfte einfacher abwickeln könnten, begründete Baur den Ausbau.

Einen ganz anderen Schluss zieht die Gewerkschaft Syndicom aus den Plänen der Post im Kanton Luzern. Sie spricht in einer Mitteilung von einem "Poststellenkahlschlag". Die von der Post vorgeschlagenen alternativen Zugangsmöglichkeiten seien keine echten Alternativen, denn sie böten nur ganz wenige Services an. Nach Ansicht von Syndicom missachtet die Leitung der Post den Willen der Politik.

(AWP)