WEF 2016

WEF-Splitter: Auch Kerry sitzt an der Bar

Der John-Kerry-Tross in der Steigenberger-Bar +++ Thomas Jordan plaudert mit dem Euro-Pessimisten
22.01.2016 00:01
Von Daniel Hügli, Davos
John Kerry am WEF 2016: Er hält dort nicht bloss Reden.
John Kerry am WEF 2016: Er hält dort nicht bloss Reden.
Bild: Swiss-Image

Erinnern Sie sich noch an den WEF-Splitter von gestern? Da war die Rede von Mark Carney, dem Chef der Bank of England, der sich frühabends an der Hotelbar des Steigenberger Belvédère ein Bier gönnte. Dasselbe tat Stunden später US-Aussenminister John Kerry. Er war dort mit seiner Tochter und Kollegen - und einer Horde von Schweizer und US-Sicherheitspersonal. Was die Bar für eine Stunde zur wohl bestbewachten der Welt machte. Versuche von Barbesuchern, ein "Selfie" mit Kerry zu machen, endeten an einer Mauer von drei Sicherheitsmännern. Ebenso kläglich scheiterte der Versuch eines Presse-Fotografen, Kerry abzulichten. Das WEF hat auch in Sachen Medienfreiheit eigene Gesetze.

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Gegen Ende der Woche treffen in Davos in der Regel auch die Notenbanker ein. Am Freitagmorgen wird EZB-Chef Mario Draghi - 16 Stunden nach seinem Auftritt zum Zinsentscheid im heimischen Frankfurt - eine Rede zur wirtschaftlichen Zukunft Europas halten. Schon am Donnerstag streifte SNB-Präsident Thomas Jordan durch die Gänge des Kongresshauses. Er unterhielt sich angeregt mit dem US-Starökonom Kenneth Rogoff. Der Professor an der Harvard University und früherer Chefökonom des Internationalen Währungsfonds IWF sagte der Eurozone schon vor vier Jahren eine "mittelgrosse Kernschmelze" voraus. Ein Schelm, wer denkt, dass Jordan die gleiche Meinung hat.