Wegen Refinitiv-Übernahme: LSE nimmt Gespräche wegen Borsa-Italiana-Verkauf auf

Die Londoner Börse (LSE) muss sich wegen der geplanten 27 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Datenanbieters Refinitiv von Teilen der italienischen Tochter oder komplett vom Börsenbetreiber Borsa Italiana trennen. Im Zusammenhang mit der Prüfung des Refinitiv-Kaufs durch die Europäische Kommission habe die LSE erste Gespräche über den Verkauf der zur Borsa Italiana gehörende Plattform für den Handel von Staatsanleihen MTS oder des italienischen Börsenbetreiber im Ganzen begonnen, teilte das britische Unternehmen am Freitag in London mit.
31.07.2020 08:46

Zuletzt hatte die LSE betont, dass sie sich nicht von der 2007 gekauften italienischen Tochter oder Teilen davon trennen will. Dennoch hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, dass die Londoner als Auflage zur Genehmigung der Übernahme das Geschäft in Italien ganz oder in Teilen abgeben müssen. Als heisser Interessent gilt der europäische Börsenbetreiber Euronext . Auch die Deutsche Börse könnte interessiert sein. Zumindest hatte Konzernchef Theodor Weimer im Februar bei der Bilanz-Pressekonfernz das Interesse bekundet.

Die Deutsche Börse will grundsätzlich vor allem aus eigener Kraft wachsen, setzt aber auch auf Übernahmen. Weimer will aber vor allem das Geschäft ausserhalb des Aktiensegments wie etwas den Devisenhandel ausbauen, um die Abhängigkeit von den Schwankungen dort zu verringern. Insofern könnte die Plattform MTS gut passen, die italienische Börse als Ganzes eher weniger./zb/mis

(AWP)

 
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