Weiterhin keine Einigung bei Verhandlungen um Corona-Hilfen in den USA

Im Ringen um zusätzlich Coronavirus-Hilfen ist in den USA weiterhin keine Einigung in Sicht. "Es war das längste Treffen, das wir hatten, und es war produktiver als die anderen Treffen", sagte der führende Demokrat im US-Senat, Chuck Schumer, am Samstag im Beisein der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.
02.08.2020 08:29

Ähnlich äusserten sich der US-Finanzminister Steven Mnuchin und der Stabschef des Weissen Hauses, Mark Meadows, im Anschluss an die Gespräche im US-Kongress. Gleichzeitig machten beide Seiten klar, dass man noch weit voneinander entfernt sei.

Freitagnacht war ein wegen der Coronavirus-Pandemie zeitweise deutlich erhöhtes Arbeitslosengeld in allen US-Bundesstaaten ausgelaufen. Die Hilfen waren im Rahmen eines Konjunkturpakets Ende März beschlossen worden. Das Weisse Haus, die Republikaner und die Demokraten schieben sich gegenseitig die Schuld für den ersatzlosen Wegfall der Hilfen zu. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten bereits im Mai ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket beschlossen, die Republikaner im Senat fingen aber erst vor wenigen Wochen an, sich mit dem Thema zu befassen.

Zeit für einen Deal?

"Die Menschen brauchen Mittel, um die Bedürfnisse ihrer Familien erfüllen zu können", sagte die Demokratin Pelosi und verwies darauf, dass die 19. Woche in Folge mehr als mehr als eine Million Amerikaner Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stellten. Meadows sagte: "Es ist Zeit, dass wir einen Deal machen"

Analysten warnen, dass das Wegfallen der zusätzlichen Hilfe die beginnende Erholung der US-Konjunktur ausbremsen dürfte. Die Coronavirus-Pandemie hat die US-Wirtschaft empfindlich getroffen. Die Arbeitslosenquote im Juni lag bei extrem hohen 11,1 Prozent. Vor der Zuspitzung der Pandemie in den USA im März hatte die Quote noch bei 3,5 Prozent gelegen. Zuletzt bekamen rund 17 Millionen Menschen reguläre Arbeitslosenhilfe.

(AWP)