Wellershoff: «Wenig Luft nach oben an den Märkten»

Der ehemalige UBS-Chefökonom Klaus Wellershoff teilt nicht die Zuversicht anderer Auguren. Es sei gefährlich, wenn die Marktmeinung so einheitlich sei, sagt er im Video-Interview.
28.12.2012 00:30
Von Pascal Meisser
Ökonom Klaus Wellershoff über seine Erwartungen an das Jahr 2013.
Bild: cash

Die Prognosen der Banken für das Börsenjahr 2013 sind durchwegs positiv. Sämtliche Chefökonomen rechnen mit positiven Aktienmärkten, auch wenn die Zuwächse nicht mehr so hoch wie dieses Jahr ausfallen dürften. 

Diese Einigkeit missfällt Klaus Wellershoff. „Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass alles so weiter gehen wird wie bisher. Wenn sich der Markt derart festsetzt, ist das gefährlich“, sagt der CEO und Gründer der Unternehmensberatungsfirma Wellershoff & Partners im Video-Interview
 
Trügerische Ruhe
 
Trügerisch sei auch die Ruhe um die Schuldenkrisen. Dank den Anleihekäufen durch die Europäische Zentralbank hat sich die Lage in Europa wieder deutlich beruhigt. Das zeigt sich auch an den Volatilitätsindizes in Deutschland und der Schweiz, die auf historischen Tiefständen notieren. „Diese Ruhe wird nicht bleiben“, prognostiziert Wellershoff. Er erwartet gerade aus den USA in nächster Zeit marktbewegende Neuigkeiten. 
 
An den Aktienmärkten konstatiert Wellershoff «wahnsinnig hohe Unternehmensgewinne», deshalb bestehe derzeit wenig Luft nach oben. Aktien von zyklisch ausgerichteten Firmen, die 2012 überdurchschnittlich gut performt hatten, werden deshalb nächstes Jahr nicht schon wieder zu den Gewinnern gehören. Wellershoff zieht konsumnahe Titel wie Colgate, in denen relativ wenig Musik spielt, vor. 
 
Im Video-Interview äussert sich Wellershoff zu seinen Erwartungen an das Wirtschaftsjahr 2013.