Weltklimarat präsentiert Report zu Eisschmelze

Der Weltklimarat IPCC will am Mittwochvormittag in Monaco seinen Report zu den Auswirkungen der Erderwärmung auf Eismassen und Ozeane präsentieren. Einiges steht jetzt schon fest: Die Gletscher der Erde schmelzen mit zunehmender Geschwindigkeit, der Meeresspiegel steigt immer rascher, und die Ozeane werden sauer.
25.09.2019 06:32

Rund 130 Forscher haben zwei Jahre lang aktuelle Studien zu diesen Themen analysiert und die Auswirkungen des Klimawandels auf Küsten und Inseln, Mensch und Natur in einem Report zusammengefasst. IPCC steht für Intergovernmental Panel on Climate Change (Zwischenstaatlicher Ausschuss zum Klimawandel).

Einige Tage lang rangen nun die Forscher und die Delegierten der 195 IPCC-Mitgliedstaaten in Monaco um die exakten Formulierungen dieser Zusammenfassung für Politiker und andere Entscheidungsträger. Das Verfahren soll sicherstellen, dass alle Länder den Report auch anerkennen. Allerdings können damit auch einzelne Länder Einfluss auf die Formulierungen nehmen, wenn sie ihnen politisch nicht genehm sind.

"Der IPCC-Bericht fällt in eine Zeit, in der darüber diskutiert wird, ob zu viel Naturschutz den Klimaschutz verzögert", schreibt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Dessen Meeresschutzexperte Kim Detloff betont jedoch: "Meeresschutz ist Klimaschutz. Gut gemanagte Meeresschutzgebiete oder die Wiederherstellung von Seegraswiesen oder Mangroven gehören zu den effektivsten Klimaschutzmassnahmen, die uns zur Verfügung stehen." Der Nabu fordert, viel stärker als bisher auf natürliche Kohlenstoffsenken (Naturräume, die Kohlenstoff aufnehmen) wie Meere, Wälder oder Moore zu setzen - parallel zum Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter (also Kohle, Öl und Gas).

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron äusserte sich angesichts des Berichts bereits am Dienstag vor den Vereinten Nationen in New York bestürzt. "Wir sind absolut geschockt von dem jüngsten Bericht des IPCC, es ist absolut verheerend - im Moment verlieren wir den Kampf", sagte er in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte./nau/hu/DP/zb

(AWP)