Weltwirtschaft - China will mit Seidenstrassen-Investitionen Handel ausbauen

Chinas Präsident Xi Jinping hat in Peking einen zweitägigen Gipfel zur Erneuerung der alten Seidenstrasse eröffnet.
14.05.2017 11:31
Xi Jinping, Präsident von China.
Xi Jinping, Präsident von China.
Bild: Bloomberg

Zum Auftakt des zweitägigen Gipfeltreffens mit Regierungsvertretern aus zahlreichen Ländern kündigte Präsident Xi am Sonntag in Peking eine Anschubfinanzierung für das Mammut-Projekt von 780 Milliarden Yuan (114 Mrd. Franken) an.

China knüpft damit an die historische Seidenstrasse aus der Antike und dem frühen Mittelalter an, um etwa über Infrastrukturprojekte neue Handelsrouten nach Europa, Asien und Afrika zu schaffen.

Zugleich stellte sich Xi dabei gegen protektionistische Töne wie sie in den vergangenen Monaten von der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump zu hören waren. "Handel ist der wichtige Motor für wirtschaftliche Entwicklung", sagte Xi. Daher müsse die Welt freien Handel fördern.

29 Staats- und Regierungschefs dabei

Das Gipfeltreffen ist das grösste diplomatische Ereignis in der Volksrepublik in diesem Jahr. Allein Staats- und Regierungschefs aus 29 Ländern nehmen daran teil. Darunter sind Russlands Präsident Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sowie die Regierungschefs aus Italien, Spanien und Griechenland. Auch Bundespräsidentin Doris Leuthard gehörte zu den geladenen Gästen.

Das 2013 eingeleitete Seidenstrassen-Projekt ist im Ausland aber auch umstritten. Einige Kritiker aus dem Westen befürchten, dass China damit lediglich seinen Einfluss in der Weltwirtschaft ausweiten will. Indien sagte deswegen seine Teilnahme ab und warnte vor drohenden Schuldenlasten wegen der hohen Kosten.

Eklat vor Treffen

Zwischen den EU-Staaten und China kam es bei den Gipfelvorbereitungen zu einem Eklat. Die EU-Staaten wollten eine geplante gemeinsame Erklärung nach dem Dialog über Handelsfragen am Sonntag nicht mittragen.

Die Verhandlungen über den Text seien gescheitert, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Gastgeber China sei nicht bereit gewesen, europäische Anliegen aufzunehmen. Daraufhin hätten die Europäer die chinesische Seite informiert, dass sie das Dokument nicht unterschreiben würden. Den Europäern geht es um Transparenz, öffentliche Ausschreibungen sowie Sozial- und Umweltstandards bei der Umsetzung der Initiative.

Anstelle der historischen Seidenstrasse sind nun neue Strassen und Schienenverbindungen geplant, die nach den Plänen der chinesischen Führung den Handel ankurbeln und für Stabilität in den Staaten Zentralasiens sorgen sollen.

Im April startete beispielsweise der erste Güterzug von Grossbritannien auf den gut 12'000 Kilometer langen Weg in den Osten Chinas, beladen mit Vitaminen, Baby-Produkten, alkoholfreien Getränken und anderen Waren. Mit rund drei Wochen ist die eingeplante Fahrzeit nur halb so lang wie bei einem Schiff.

(SDA)