Weniger meldepflichtige Vorkommnisse in Schweizer AKW

Bern (awp/sda) - In den Schweizer Atomkraftwerken ist es letztes Jahr zu 34 meldepflichtigen Vorkommnissen gekommen. Das sind vier weniger als noch im Vorjahr. Zwei davon wurden auf der internationalen Ereignisskala INES der zweituntersten Stufe 1 zugeordnet, die übrigen der Stufe 0.
28.06.2016 12:50

Vier Mal kam es letztes Jahr zu Reaktorschnellabschaltungen, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI in seinem am Dienstag veröffentlichten Aufsichtsbericht 2015 schreibt. Zwei davon betrafen das Atomkraftwerk Mühleberg, je eine Schnellabschaltung erfolgte im AKW Leibstadt sowie im AKW Gösgen.

Beim AKW Gösgen habe eine Kombination menschlicher Fehler zur Schnellabschaltung geführt, kritisierte das ENSI. Deshalb ordnete es das Vorkommnis der Stufe 1 (Anomalie) auf der INES-Skala zu. Beim AKW Leibstadt stufte das ENSI einen Ausfall zweier Grundwasserpumpen ebenfalls als Vorfall der Stufe 1 ein.

Alle übrigen meldepflichtige Vorkommnisse wurden auf der INES-Skale der untersten Stufe 0 zugeordnet. Die fünf AKW in der Schweiz seien auch im vergangenen Jahr vorschriftsgemäss und sicher betrieben worden, bilanziert das ENSI. Der sicherheitstechnische Zustand der AKW sei je nach Anlage gut oder ausreichend.

Geprägt worden sei das Aufsichtsjahr 2015 indes vom Stillstand der beiden Blöcke des AKW Beznau. Der Block 1 des AKW Beznau ist seit März 2015 wegen Materialfehlern im Reaktordruckbehälter abgeschaltet, Block 2 war 2015 während mehrerer Monaten ausser Betrieb.

Die Betreiberin Axpo rechnet gemäss früheren Angaben damit, dass der Reaktor 1 Ende Jahr hochgefahren werden kann. ENSI-Direktor Hans Wanner schreibt im Vorwort zum Bericht, Beznau 1 werde dafür nur grünes Licht erhalten, wenn das ENSI überzeugt sei, dass die Befunde keine Beeinträchtigung der Sicherheit darstellten. Dieser Entscheid werde "kaum vor Ende 2016" fallen.

mk

(AWP)