Wer wird neuer US-Notenbankchef? - Trump macht sowohl Cohn als auch Yellen Hoffnung auf Fed-Spitzenamt

US-Präsident Donald Trump sieht seinen Wirtschaftsberater Gary Cohn als Top-Anwärter für den Posten des obersten Notenbankers. Allerdings hat auch Janet Yellen Chancen, nominiert zu werden.
26.07.2017 06:56
Janet Yellen ist derzeit Fed-Chefin.
Janet Yellen ist derzeit Fed-Chefin.
Bild: Bloomberg

Donald Trump überrascht in einem Interview des "Wall Street Journal" (Dienstag) mit der Aussage, er könne sich durchaus auch gut vorstellen, die derzeitige Fed-Chefin Janet Yellen für eine weitere Amtszeit zu nominieren.

Auf die Frage, ob Cohn ein Kandidat für den Spitzenjob bei der Federal Reserve sei, antwortete Trump: "Er weiss es nicht, aber ja das ist er". Das US-Magazin "Politico" hatte bereits unter Berufung auf Insider berichtet, dass der ehemalige Vizechef der US-Investmentbank Goldman Sachs sich Hoffnung auf den renommierten Posten machen könne.

Überraschender kommt, dass Trump sich plötzlich auch vorstellen kann, an Yellen festzuhalten, die er in der Vergangenheit wiederholt heftig kritisiert hatte. "Ich mag sie; ich mag ihre Haltung. Ich denke, sie hat einen guten Job gemacht", sagte Trump über Yellen, die seit Februar 2014 die Fed leitet und deren Amtszeit im Februar 2018 endet.

Trump machte auch sein Kalkül bei der Personalwahl deutlich: "Ich würde gerne sehen, dass die Leitzinsen niedrig bleiben". Damit vollzieht Trump eine radikale Kehrtwende, im Wahlkampf war er die Fed und Yellen noch harsch angegangen und hatte ihnen vorgeworfen, mit künstlich niedrigen Zinsen Finanzblasen zu riskieren. Allerdings kann Trump Unterstützung durch lockere Geldpolitik wegen seiner gewagten Wirtschaftsversprechen nun sehr gut gebrauchen.

Es gebe allerdings neben Cohn und Yellen auch noch "zwei oder drei" andere Mitbewerber, sagte Trump, ohne jedoch Namen zu nennen. Cohn wäre eine ungewöhnliche Wahl, da er kein Ökonom ist und lediglich über langjährige Erfahrung als hochrangiger Manager einer Privatbank verfügt. Trump, der vor seiner Wahl zum Präsidenten selbst keine politische Erfahrung hatte, hat aber bereits bewiesen, dass er vor unkonventionellen Personalentscheidungen nicht zurückschreckt.

(AWP)