Westschweizer Tamedia-Redaktionen suspendieren Streikankündigung

Die Tamedia-Redaktionen in der Westschweiz setzen ihre Streikankündigung für den 3. September aus. Grund ist, dass sie den Weg frei machen wollen für eine letzte Chance, im Konflikt zu schlichten.
30.08.2018 18:32

Der Entscheid, die Streikankündigung für Montag (3. September) auszusetzen, fiel an einer Versammlung vom Donnerstag, wie die Gewerkschaft Syndicom und der Journalistenverband Impressum mitteilten. Eine von Tamedia angekündigte erste Sitzung bei der Schlichtungsstelle des Kantons Waadt ist für Mittwoch anberaumt.

Die Delegation der Redaktionen erhielt gemäss der Mitteilung den Auftrag, einen strafferen Zeitplan für die Verhandlungen zu verlangen. Priorität sollen Verhandlungen über den Sozialplan für gekündigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von "Le Matin" erhalten. Die gedruckte Ausgabe dieser Zeitung wurde im Juli eingestellt.

Erst danach sollen die Gespräche über die künftige Gestaltung der Tamedia-Mediengruppe und deren Redaktion in der Westschweiz fortgesetzt werden. Die auf Grund der Mediation durch die Waadtländer Regierung verlängerten Kündigungsfristen müssten zudem eingehalten werden, wird gefordert.

Ebenso müsse Tamedia Sanktionen gegen Streikende zurücknehmen, besonders Lohnabzüge. Ein Tamedia-Sprecher hatte vergangene Woche bestätigt, dass Tamedia an den August-Löhnen der streikenden Angestellten Abzüge vorgenommen habe. Das sei keine Strafmassnahme, sondern Folge einer nicht erfüllten Leistung.

Der Streik bleibt zumindest bis 10. September ausgesetzt. An jenem Tag findet eine weitere Vollversammlung statt. Entsprechend dem Verlauf der Vermittlung werde diese weitere Massnahmen beschliessen.

cf/

(AWP)