Wettbewerbsbehörde - EU überprüft Facebooks geplante Kryptowährung

Die EU-Kommission nimmt laut einem Medienbericht die Pläne von Facebook für die Digitalwährung Libra genauer unter die Lupe.
21.08.2019 15:20
Facebook will die Kryptowährung Libra ausgeben.
Facebook will die Kryptowährung Libra ausgeben.
Bild: Bloomberg

Die Wettbewerbshüter sähen die Möglichkeit, dass Facebook und die in der Libra Association zusammengeschlossenen Unternehmen unerlaubterweise Wettbewerber ausschliessen könnten, schreibt der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf ein Kommissionsdokument. Offiziell äusserte sich die EU-Kommission auf Anfrage nicht.

Es gehe unter anderem auch darum, wie Facebook Libra in seine bestehenden Dienste wie die Chat-App WhatsApp einbinden wolle - und wie Nutzerdaten genutzt werden sollten, heisst es. Libra wurde bei Facebook entwickelt, soll aber von der in Genf ansässigen Libra Association verwaltet werden. Facebook soll dort nur eines der Mitglieder ohne Sonderrechte sein. Das Online-Netzwerk kündigte aber zugleich an, dass in WhatsApp und seinem zweiten Chatdienst Messenger nur das hauseigene digitale Libra-Portemonnaie mit dem Namen Calibra direkt integrierbar sein soll.

Widerstand von Politik und Zentralbanken

Facebook will Libra im kommenden Jahr für Konsumenten verfügbar machen, die Idee stösst aber bei Politikern und Zentralbanken zum Teil auf massiven Widerstand. Die Digitalwährung soll etwa mit Dollar oder Euro zu kaufen sein. Zu den ersten Partnern des Projekts gehören gut zwei Dutzend private Unternehmen wie Mastercard, Visa, Paypal und Uber. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sieht die Währung zunächst vor allem für grenzüberschreitende Überweisungen von Vorteil. Um Kursschwankungen zu vermeiden, soll Libra an etablierte Währungen gekoppelt und durch Staatsanleihen abgesichert werden. Facebook hatte bislang betont, vor Einführung der Währung Bedenken von Regulierern ausräumen zu wollen.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten Facebook bereits in der Vergangenheit ins Visier genommen. Wegen irreführender Angaben zur möglichen Datenzusammenführung bei der Übernahme von WhatsApp musste das Unternehmen etwa 110 Millionen Euro Strafe zahlen.

Bitcoin gibt nach

Der Kurs des Bitcoin rutschte auf der Handelsplattform Bitstamp wieder unter die Marke von 10'000 Dollar. Die Digitalwährung wurde am Nachmittag bei 9900 Dollar gehandelt. Das waren etwa 7 Prozent weniger als am Vortag. Experten raten immer wieder zur Vorsicht bei Investitionen in Digitalwährungen und verweisen auf extrem starke Kursschwankungen. Ende Juni war der Bitcoin-Kurs noch auf knapp 14'000 Dollar gestiegen und hatte Ende Juli Regionen in der Nähe von 9000 Dollar erreicht.

(AWP)

 
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