börsen-talk

«Wir sind auf den Dollar-Zug aufgesprungen»

Im cash-Börsen-Talk äussert UBS-Währungsexperte Thomas Flury zum währungspolitischen Kurs der Nationalbank. Zudem nennt er seine Favoriten unter den Währungen.
20.06.2014 01:00
Von Frédéric Papp
UBS-Währungsexperte Thomas Flury im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gab am Donnerstag ihren geldpolitischen Kurs bekannt. Überraschungen gabs wie erwartet keine. Die Zinsen werden weiterhin tief bleiben und der Mindestkurs zum Euro wird ohne Wenn und Aber verteidigt.

Entsprechend verhalten reagierte der Euro-Franken-Kurs, der schon seit Monaten zwischen 1,21 und 1,22 Franken mäandriert. Mehr Dynamik in diesem Währungspaar ist erst mit einer Zinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank zu erwarten.

"Vor 2017 ist damit aber nicht zu rechnen", sagt UBS-Währungsexperte Thomas Flury im cash-Börsen-Talk. Grund für die Abhängigkeit des Frankens an das Zinsgefüge in der Eurozone ist die Anbindung an den Euro im September 2011.

Dollar geht gegen Parität

Mehr Potenzial nach oben sieht Flury im Dollar. "Wir sind im letzten Februar auf den Dollar-Zug aufgesprungen." Laut Flurys Analysen wird sich der Dollar per Ende Jahr auf 96 Dollar aufwerten, und in den kommenden 12 Monaten liegen laut Prognose gar 99 Rappen drin. Letztmals notierte der "Greenback" vor rund zwei Jahren auf diesem Niveau.

Währungsexperten rechnen aufgrund der besseren US-Wirtschaftsdaten und der erwartet restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank schon länger mit einem stärkeren Dollar. Bislang ist jedoch eher das Gegenteil passiert. Der Entscheid der EZB von zwei Wochen, die Geldschleusen stärker zu öffnen, könnte dem Dollar nun endlich Auftrieb geben, so der UBS-Devisenprofi.

Pfund im Lift nach oben

Die einzige Hauptwährung, welche innerhalb eines Jahres gegenüber dem Franken zulegen konnte, war das britische Pfund mit einem Plus von rund 3,5 Prozent. Und das Potenzial dürfte noch nicht ausgeschöpft sein. "Wir rechnen mit 1,60 Franken per Ende Jahr", sagt Flury. Derzeit wird die Währung rund 8 Rappen tiefer gehandelt.

Hinter diesen Erwartungen steckt die britische Notenbank, welche als erste innerhalb der Industrieländer bekannt gab, die expansive Geldpolitik zu beenden. Der Markt rechnet mit einer ersten Erhöhung des Leitzinses ab Dezember des laufenden Jahres.

Erfahren Sie im cash-Börsen-Talk, welche Währungen Flury auch auf dem Kaufzettel hat. Zudem sagt er, worauf Anleger beim Analysieren einer Währung achten sollten. Weiter wird im Video die Entwicklung des Franken im Vergleich zu wichtigen Währungen gezeigt.