WEF 2015

«Wir werden die Zimmerpreise nicht senken»

Thomas Kleber führt das «WEF-Hotel» Steigenberger Belvédère in Davos. Im cash-Video-Interview spricht er über die Frankenstärke und die Frage, ob er als Hotelier einen «Plan B» hat.
21.01.2015 01:05
Von Marc Forster, Davos
Thomas Kleber leitet das berühmteste Hotel in Davos.
Bild: cash

Die Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 15. Januar, den Euro-Kurs bei 1,20 Franken nicht mehr zu verteidigen, habe er erst gar nicht glauben können, sagt Thomas Kleber im cash-Video-Interview am WEF: "Es war keine schöne Nachricht." Die Parität der beiden Währungen, wie sie nun besteht, sei für die Tourismusbranche ganz schlecht. "Jetzt müssen wir natürlich erst einmal abwarten, wo sich der Kurs in ein bis drei Wochen einpendeln wird."

Nicht nur der Euro, sondern auch der Kursverlauf des Dollar ist für die Schweizer Hotellerie alles andere als eine Freude. Einen "Plan B" hat der Hoteldirektor, der das geschichtsträchtige Grandhotel Steigenberger Belvédère seit Dezember leitet, allerdings nicht in der Schublade. Kleber hofft, dass das Hotel von seinem hohen Anteil an Stammgästen zehren und in der "Hochpreisinsel Schweiz" bestehen kann.

cash-Redaktor Marc Forster im Gespräch mit Thomas Kleber.

Die Gäste in einem Luxushotel wie dem Steigenberger schauten weniger auf den Preis als in anderen Beherbergungs-Kategorien. Tiefere Preise sind für den erfahrenen Hotelier allerdings keine Option: "Selbstverständlich werden wir Anfragen nach Preisnachlässen bekommen, dem können wir aber nicht stattgeben", sagt Kleber. Die Personal- und Warenkosten des Hotels hätten sich durch die SNB-Entscheidung ja nicht verändert.

Hoffnung auf Schweizer Gäste

Wie sich die Lage für die Mittelklass-Hotellerie in der Schweiz entwickeln wird, mag Kleber nicht abschätzen. Diese Hotels haben eine Kundschaft, die durchaus auf Preise reagiert, die durch den Wechselkurs nun um 20 Prozent gestiegen sind. Andererseits könnten sie davon profitieren, dass die Gäste von Fünf- auf Viersternehotels ausweichen, oder von Viersterne-Hotels auf Häuser mit drei Sternen. In den vergangenen Jahren sei dies zum Teil beobachtet worden - ob dies nun der Fall sein werde, sei noch nicht abzuschätzen, sagt Kleber.

Eine Hoffnung sind für den Chef des 140-jährigen Hotels die Schweizer Gäste: "Für Schweizer ist es auch günstiger, ins Ausland zu gehen, um dort Ferien zu machen. Wir hoffen natürlich, dass die Schweizer im Inland Ferien machen." Als Reaktion auf das Ende des Mindestkurses hat Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, dazu aufgerufen. Steigenberger-Direktor Kleber unterstützt diesen Aufruf voll und ganz.

Im Video-Interview mit cash berichtet Thomas Kleber auch von den immensen Vorbereitungen, die das Hotel vor dem Beginn des WEF 2015 treffen musste und er gibt eine Einschätzung zu den Folgen der Russland- und Rubelkrise für das Steigenberger ab.