Wird Deutschland zum Geldautomaten der EU?

Der britische Handelsminister Liam Fox hat vor hohen Kosten für Deutschland nach dem EU-Austritt eines Landes gewarnt.
01.10.2016 07:01
Die Tower Bridge in London.
Die Tower Bridge in London.
Bild: Pixabay

Die Bundesrepublik werde einen wichtigen Verbündeten bei der Durchsetzung des disziplinierten Wirtschaftens verlieren, sagte Fox diese Woche der Zeitschrift "The Spectator". Deutschland müsse am Ende möglicherweise für die anderen EU-Staaten zahlen.

"Als deutscher Politiker wäre ich besorgt, dass Deutschland ohne Großbritannien zum grössten Geldautomaten der Geschichte werden könnte", sagte Fox. Der Minister warnte vor einem Zusammenbruch der EU, deren Zerfall bereits begonnen habe. "Sie wird noch mindestens eine Generation junger Europäer auf dem Altar der Gemeinschaftswährung opfern", sagte Fox. "Man kann nur so viel vom sozialen Gefüge aus Europa herausreißen, bevor es zu implodieren beginnt." Allerdings würden auch in Großbritannien Reformen benötigt.

Fox hatte sich vor dem Brexit-Referendum für einen Austritt seines Landes aus der EU stark gemacht. Er dürfte zu den Ministern im Kabinett von Regierungschefin Theresa May gehören, die die entsprechenden Gespräche mit der EU führen. Mitte September hatte er für eine Kontroverse gesorgt mit dem Vorwurf, die Briten seien für eine Handelsnation "zu faul und fett" geworden und die Geschäftsleute des Landes wollten am Freitagnachmittag lieber Golf spielen statt neue Exportmärkte zu erschließen.

(Reuters)