Wird es jetzt teuer für Apple?

In einem Formular an die US-Börsenaufsicht warnt Apple vor Problemen mit der Steuerstruktur in Irland. Nun wartet ein Analyst mit einer ernüchternden Schätzung der Steuerfolgen auf.
08.05.2015 08:27
Von Lorenz Burkhalter
Die Aktionäre von Apple müssen sich auf eine höhere Steuerlast ihres Unternehmens einstellen.
Die Aktionäre von Apple müssen sich auf eine höhere Steuerlast ihres Unternehmens einstellen.
Bild: iNg

Dass einige amerikanische Grosskonzerne eine vergleichsweise tiefe Steuerbelastung aufweisen, sorgt in Öffentlichkeit und Politik immer wieder für Unmut. Auch Apple steht diesbezüglich regelmässig in der Kritik.

Nachdem das Kultunternehmen aus dem kalifornischen Cupertino vergangene Woche in einem quartalsweise bei der US-Börsenaufsicht SEC einzureichenden Formular vor milliardenschweren Steuernachzahlungen gewarnt hat, wartet der für J.P. Morgan tätige Analyst mit einer aufsehenerregenden Schätzung der drohenden Steuerfolgen auf.

Er sieht im ungünstigsten Fall eine Einmalzahlung von rund 19 Milliarden Dollar auf Apple zukommen. Das entspricht dem gängigen irischen Unternehmenssteueransatz von 12,5 Prozent auf den über die letzten zehn Jahre in der Europäischen Union (EU) erzielten Gewinne von geschätzten 153 Milliarden Dollar.

Untersuchung in der EU läuft noch immer

Aufgrund der im Überfluss vorhandenen Auslandsvermögen von Apple bereiten dem Analysten die 19 Milliarden Dollar keine Sorgen. Wie er schreibt, muss sich das amerikanische Kultunternehmen in Zukunft aber auf eine grundsätzlich höhere Steuerbelastung einstellen. In diesem Zusammenhang rechnet man bei J.P. Morgan im ungünstigsten Fall mit einer langfristigen Gewinnschmälerung von bis zu 10 Prozent.

In der EU läuft schon seit Jahren eine Untersuchung gegen Apple. Irland wird vorgeworfen, mit Steuervergünstigungen für Unternehmen illegale Beihilfen gewährt und so den Standortwettbewerb mit anderen Ländern verzerrt zu haben. Die irische Regierung weist die Vorwürfe zurück. Apple betont, man habe sich stets an die Gesetze gehalten und wende keine Steuertricks an. Die Steuerrate des Konzerns liegt insgesamt bei rund 27 Prozent und ist damit vergleichbar mit der anderer international tätiger Unternehmen.

Apple sitzt auf einem Geldberg von 193,5 Milliarden Dollar. Davon lagert mit 171 Milliarden Dollar der Grossteil ausserhalb der USA.