Prognose der EU-Kommission - Wirtschaft in der Euro-Zone auf Erholungskurs

Europas Wirtschaft ist nach Einschätzung der EU-Kommission auf einem deutlichen Erholungskurs.
13.02.2017 14:55
Flaggen vor der EU-Verwaltung in Brüssel.
Flaggen vor der EU-Verwaltung in Brüssel.
Bild: Bloomberg

Die Brüsseler Behörde traut den 19 Staaten der Euro-Zone in den kommenden beiden Jahren ein stärkeres Wachstum zu als zunächst angenommen. Auch bei den Arbeitslosenzahlen und der Neuverschuldung sieht die Kommission Grund zur Hoffnung. Die politischen Unsicherheiten seien in diesem Jahr allerdings so hoch wie lange nicht, heisst es in der am Montag in Brüssel veröffentlichten Winter-Prognose.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird demzufolge 2017 im gemeinsamen Währungsgebiet nun um 1,6 Prozent zulegen. 2018 soll das Wirtschaftswachstum dann bei 1,8 Prozent liegen. Im Herbst war die EU-Kommission noch von jeweils 0,1 Prozentpunkten weniger ausgegangen.

Zum ersten Mal seit zehn Jahren werde für sämtliche EU-Staaten über den gesamten Prognosezeitraum (2016-2018) ein Wirtschaftswachstum erwartet, betonte die EU-Kommission. Grösster Wachstumstreiber sei dabei die Binnennachfrage. Sowohl ein Lohnplus als auch zunehmende Beschäftigung trugen demnach massgeblich dazu bei.

Deutliche Unterschiede in den einzelnen Staaten

Sorgen bereitet der EU-Kommission hingegen das weiterhin niedrige Investitionsniveau. "Und wir wissen, das ist eigentlich eine Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wachstum", sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Zudem gebe es nach wie vor deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsleistung einzelner Staaten.

"Angesichts der überaus grossen Unsicherheit ist es wichtiger denn je, dass wir das Wachstum mit allen uns zur Verfügung stehenden politischen Instrumenten stützen. Vor allem aber müssen wir sicherstellen, dass der daraus erwachsende Nutzen überall im Euroraum und in allen Teilen der Gesellschaft ankommt", sagte Moscovici weiter.

Wegen der neuen US-Regierung, des Brexits sowie etlicher nahender Wahlen in Europa seien die Prognosen zudem mit aussergewöhnlich hohen Unsicherheiten behaftet.

(AWP)