Wirtschaftsentwicklung - EZB sorgt sich zunehmend um die Konjunktur

In der Europäischen Zentralbank (EZB) wachsen die Sorgen um die Konjunktur. Auf ihrer Zinssitzung im Dezember wiesen viele Währungshüter auf zunehmende Gefahren für die weitere Wirtschaftsentwicklung im Euro-Raum hin.
10.01.2019 14:51
Symbol des Euro vor dem ehemaligen Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Symbol des Euro vor dem ehemaligen Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: cash

Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll des Treffens hervor. Die Lage wurde darin insgesamt als "fragil und im Fluss" beschrieben.

Als Unsicherheitsfaktoren nannten die Euro-Wächter unter anderem den bevorstehenden EU-Austritt Grossbritanniens und die jüngsten Finanzmarkt-Turbulenzen in Schwellenländern wie der Türkei und Argentinien. Manche Teilnehmer vertraten sogar die Ansicht, dass die Gefahren für die Konjunktur inzwischen überwiegen.

Die Wirtschaft im Euro-Raum war im dritten Quartal so schwach gewachsen wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Die hauseigenen EZB-Ökonomen korrigierten ihre Wachstumsprognosen für die Euro-Zone erneut nach unten. Laut den Währungshütern sind daher immer noch erhebliche Hilfen der Notenbank nötig.

Der EZB-Rat hatte auf der Zinssitzung dennoch beschlossen, die billionenschweren Anleihenkäufe Ende 2018 einzustellen. Die Käufe, die ein Volumen von mehr als 2,6 Billionen Euro erreichten, waren zuletzt die wichtigste Waffe der Zentralbank im Kampf gegen eine schwache Konjunktur und einen aus ihrer Sicht zu geringen Preisauftrieb.

Seit Januar werden nur noch fällig werdende Titel wieder ersetzt. Alle Teilnehmer stimmten laut Protokoll mit diesen geldpolitischen Schritten überein.

(AWP)