Wirtschaftsverbände warnen G20-Länder vor Alleingängen

Wirtschaftsverbände der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) haben angesichts globaler Herausforderungen vor nationalen Alleingängen gewarnt. Sie riefen die Staats- und Regierungschefs der Top-Wirtschaftsmächte auf, Protektionismus zu verhindern und das Pariser Klimaabkommen umzusetzen. Mit ihren am Mittwoch in Berlin beschlossenen Empfehlungen an den G20-Gipfel Anfang Juli stellen sich die Wirtschaftsvertreter klar gegen den Kurs von US-Präsident Donald Trump.
03.05.2017 10:51

Die G20 müssten mehr Mut haben, um die Globalisierung nach verlässlichen Regeln aktiv zu gestalten, hiess es. "Globale Herausforderungen brauchen globale Antworten. Nationale Alleingänge führen ins Abseits", sagte Jürgen Heraeus, Präsident des Netzwerkes "Business 20" (B20). Nötig seien offene und regelbasierte Märkte. Gleichzeitig müssten Alle vom Nutzen der Globalisierung profitieren.

Industrie-Präsident Dieter Kempf forderte von den G20-Ländern den Verzicht auf protektionistische Massnahmen: "Der Welthandel ist kein Nullsummenspiel, bei dem einer alles gewinnt und der andere verliert." Aus Sicht von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer müssen die G20 "offene, dynamische und integrative Arbeitsmärkte" fördern. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sprach sich für einen besseren Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen zum globalen Handel sowie zur Finanz- und Digitalinfrastruktur aus.

Das B20-Treffen ist Teil der Beratungen der G20-Gruppe. Deutschland hat in diesem Jahr den G20-Vorsitz und richtet Anfang Juli den Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Hamburg aus. In der B20-Runde sind Wirtschafts- und Industrieverbände der G20 vertreten. Das Netzwerk berät die G20-Regierungen und erstellt Empfehlungen./sl/DP/fbr

(AWP)