WTO: Finanzhilfe für Boeing ist unrechtmässige Subvention

Im Dauerstreit zwischen dem Flugzeughersteller Airbus und seinem US-Konkurrenten Boeing über die Rechtmässigkeit von staatlichen Finanzhilfen verbucht der europäische Konzern einen wichtigen juristischen Sieg.
28.11.2016 16:35
Das geplante Upgrade der Boeing 777: die Boeing 777X.
Das geplante Upgrade der Boeing 777: die Boeing 777X.
Bild: ZVG

Die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf hat Finanzhilfen für die Boeing 777X als unrechtmässige Subvention verurteilt. Den Bau des zweistrahligen Langstreckenflugzeugs unterstützt der US-Steuerzahler laut EU mit 5,7 Milliarden Dollar. Nach Ansicht der WTO verstossen die Steuererleichterungen bei Herstellung und Verkauf der Boeing 777X gegen die WTO-Bestimmungen.

Airbus wies auf den enormen Schaden durch die US-Subventionen hin. Die staatliche Unterstützung für die Modelle 787 und 777X habe Airbus um Verkäufe im Wert von mindestens 95 Milliarden Dollar gebracht, meinte Airbus-Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier. Airbus-Chef Tom Enders rief zu einer einvernehmlichen Lösung auf. "Die WTO-Schlacht ist eine Schlacht der Vergangenheit, von der nur die Armee von Rechtsanwälten profitiert, die beide Seiten seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt." Airbus und Boeing verklagen sich seit zwölf Jahren immer wieder gegenseitig bei der WTO.

(AWP)